Sonntag, 3. April 2011

Rezension: Splitterherz

Nachdem ich jetzt Scherbenmond lese, sollte ich vielleicht meine Rezension zu Splitterherz auch hochladen. Das war im Übrigen meine erste 5-Punkte-Rezension. Gewonnen habe ich das Buch über lovelybooks.

 Informationen zum Buch:
Titel: Splitterherz
Autor: Bettina Belitz
Seiten: 630  Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (Januar 2010)
ISBN 10: 3839001056
ISBN 13: 978-3839001059

Rezension:
Inhalt:
Die 17jährige Ellie muss mit ihren Eltern aufs Dorf ziehen und ist alles andere als begeistert. Sie findet nur schwer Anschluss und das ganze Landleben erscheint ihr im Vergleich zu ihrem vorherigen Zuhause Köln langweilig und merkwürdig. Besonders der verschlossene und abweisende Colin. Allerdings scheint dieser ohnehin ein Imageproblem zu haben, kann ihn doch augenscheinlich kaum einer der Jugendlichen und nur wenige der Erwachsene leiden.
Andererseits sind da diese Träume, ist da diese Anziehungskraft und die mehr oder weniger zufälligen Begegnungen der beiden, die Ellies Neugier wecken und ihr Colin doch noch näher bringen.
Dies ist jedoch eine Verbindung, die nicht sein kann und nicht sein darf, wofür auch Ellies Vater vehement einsteht, welcher genau wie Colin ein Geheimnis zu verbergen scheint.
Und plötzlich ist alles anders als zuvor...

Meinung:
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, niemals ein Buch zu rezensieren, dem ich die Höchstpunktzahl gebe, um nicht in subjektiv-blinden Freudentaumel zu verfallen. Nun tue ich es doch.

Dieses Buch ist ein kleines Schmuckstück im doppelten Sinne.

Ich hatte, glaube ich, noch nie ein so wunderschönes Buch in den Händen. Der Schutzumschlag ist aus dickem, wunderschön gestalteten Papier, der Einband selber ist ebenfalls ansprechend gestaltet und insgesamt macht es einfach Freude, dieses Buch anzusehen und zu berühren.

 Ellies Gedankenwelt ist so greifbar und nachvollziehbar beschrieben, dass selbst Leser älterer Semester sich mit ihr identifizieren und ihre Sorgen und Nöte nachvollziehen können.
Die Geschichte zieht einen sofort in den Bann, auch wenn das Buch relativ mächtig ist, kommt nicht eine Sekunde Langeweile auf, im Gegenteil, die Seiten blättern sich fast schon von allein um, man fiebert dem nächsten Kapitel, der nächsten Auflösung entgegen.
Die Sprache ist deutlich und verständlich, aber nicht simpel. Jugendlich, aber nicht kindlich. Einfach mitreißend und eindringlich, ohne aufdringlich oder aufgesetzt zu wirken.

Figuren:
Ellie wird mit all ihren Macken so liebenswert eingeführt, dass man sie einfach nur gern haben kann. Ihre kleinen Fehler machen es leicht, sich mit ihr zu identifizieren. Und das alles, ohne externe Beschreibung ihres Charakters, nur mit dem, was Ellie über sich selber erzählt. Ihre Handlungen wirken authentisch, nachvollziehbar und ehrlich.
Die Person der Ellie ist einfach wunderbar realitätsnah angelegt. So geht sie auf Toilette, sie schimpft und zetert, streitet sich mit Colin und ihrem Vater, sie spricht Dinge gerade heraus an, ist einfach direkt und offen.

Colin umgibt von der ersten Begegnung an eine dunkle, geheimnisvolle Aura, die ihn umso interessanter macht, je mehr er von sich preis gibt und je deutlicher wird, dass tatsächlich Gefahr von ihm ausgehen kann. Auch wenn seine Handlungen Ellie nicht immer fair erscheinen, sind sie in einer Art und Weise beschrieben, dass dem Leser klar ist, dass er einen guten Grund haben wird.
Er ist, wenn er auch „nur“ durch Ellie vorgestellt wird, so lebensnah und echt, dass man fast an seine Existenz glauben möchte.

Ellies Eltern bleiben meiner Meinung nach trotz ihrer relativ kurzen Auftritte nicht farblos. Sie spielen ihre Nebenrolle in diesem Buch und das machen sie gut. Es wird deutlich, dass sie ihre Tochter lieben und ihre Entscheidungen auf der Grundlage dieser und der Liebe zueinander treffen.
Ihre Charaktere wirken durchdacht, als könnte die Autorin ohne Probleme eine Beschreibung der beiden verfassen, auch wenn ihre Auftritte und Beschreibungen  im Buch relativ kurz gehalten werden.

Insgesamt also sehr realistische, authentische Figuren, die hier vorgestellt werden, deren Handlungen und Anreize man nur zu gut verstehen kann.

Kritik:
In der erste Hälfte kommt das Buch, reduziert man es auf die reinen Abläufe, sehr nach den bekannten Mustern daher: Mädchen wird in fremde Umgebung gezwungen, trifft geheimnisvollen Jungen, der sie rettet und ihr scheinbar sein Geheimnis verraten will, von irgendetwas aber davon abgehalten wird.
Glücklicherweise löst sich das Ganze dann vollkommen anders auf als erwartet, deswegen ist dieser Kritikpunkt auch nicht so ernst zu nehmen.

Fazit:
Ein ganz wunderbares Buch, nicht nur für Jugendliche, sondern vielmehr für all jene, die sich gerne von mitreißender Sprache nicht in eine andere Welt, sondern in ein anders Leben entführen lassen. Und für jene, die es genießen, ein Buch mit einem wohligen Seufzen zu schließen.    

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hey!
    Hab deinen Blog gerade entdeckt, und finde ih toll, auch deine Rezensionen gefallen mir super. :) Splitterherz fand ich auch gut. Schau doch auch mal bei mir vorbei:
    www.binzis-buecher.blogspot.com
    LG

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  2. Hallo Binzi!
    Na du hast dich ja richtig durchgewühlt! Lieben dank für das Lob, ich schaue gerne vorbei :)
    Lg

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  3. Liegt noch auf meinem SuB und wartet darauf, gelesen zu werden :D
    Bin auch gleich mal Leserin bei dir geworden :-) Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbeischaust!

    Liebe Grüße
    Sandra :-)

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