Freitag, 15. April 2011

Rezension: Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt

Endlich, endlich wieder eine Rezension ;)
Dass ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, grenzt schon an ein Wunder. Ich kriege zwar keine Panikschübe beim Fliegen, aber ich bin nervös und ängstlich und fühle mich nicht gut. Und doch bin ich sehr froh, mich für diese kleine Sammlung entschieden zu haben.

Informationen zum Buch:
Autor: Stephan  Orth, Antje Blinda
Seiten: 192 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Ullstein Taschenbuch (März 2010)
ISBN 10: 3548373267
ISBN 13: 978-3548373263

Rezension:

„Meine Damen und Herren, bleiben Sie bitte noch sitzen. Es hat noch niemand geschafft, vor uns das Gate zu erreichen“
Solche und viele andere teilweise humorvolle, teilweise erschreckende, teilweise kuriose Durchsagen aus den Flugzeugen dieser Welt erwarten den Leser.
Einem Aufruf des Spiegels, lustige oder denkwürdige Erlebnisse von eigenen Flügen einzureichen, kamen unzählige Personen nach, die getroffene Auswahl wurde in diesem Buch in verschiedene Phasen eines Fluges eingeteilt und entsprechend sortiert.
Die vorliegenden Anekdoten sind am Ende der Kapitel jeweils durch Informationen ergänzt, die dem Laien das Fliegen verständlicher machen sollen.

Obwohl das Buch nur so vor Geschichten strotzt, die, hätte ich sie selber erlebt, mir vermutlich einen halben Nervenzusammenbruch beschert hätten, empfinde ich sie hier als beruhigend. Sitzt man daheim auf der Couch und liest, was für Situationen es gegeben hat, die, so kurios sie waren, alle gut ausgegangen sind, dann wächst der Glaube an die Sicherheit des Fliegens.
Ich befürchte, wenn ich das nächste Mal einen Flieger besteige, könnte sich dies umkehren, aber in der jetzigen Situation schafft ein Buch über kleine und größere Pannen beim Fliegen das mittlere Wunder und kann mir tatsächlich einen Teil meiner Angst nehmen.
Beruhigende Informationen, Entspannung auf Seiten der Crew und der Piloten auch in brenzligen Situationen und immer wieder die Erkenntnis: Diejenigen, die sich tagtäglich in Flieger begeben, sie steuern oder die Fluggäste versorgen, haben ein großes, großes Vertrauen in die Technik. Warum  sollte ich als Laie sie also nicht haben?

Etwas störend fand ich, dass jeder noch so kleine englische Satz übersetzt wurde. Ich denke, ein Mindestmaß an Verständnis der englischen Sprache kann man heutzutage voraussetzen. Und gerade bei einem  Buch, das von nacherzählten Durchsagen, von Erlebnissen und Anekdoten lebt, also keine durchgehende Story aufweist, jedoch auf die Situationskomik angewiesen ist, wird diese durch die Übersetzungen gestört. Gleichzeitig dürfte es dem Gesamtbild des Buches kaum  einen  Abbruch tun, wenn man vereinzelt eine Aussage nicht versteht.

Insgesamt jedoch eine unterhaltsame, lehrreiche und beruhigende Lektüre. Sehr empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen