Montag, 25. April 2011

Rezension: Sommerroulette

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals ganz, ganz herzlichen Dank, es hat meinen Horizont wirklich erweitert.
Ich habe lange daran gelesen, was nicht daran liegt, dass es mir nicht gefallen hätte. Aber man sollte es nicht leichtfertig lesen, sondern bewusst, anderenfalls kommt man nicht hinterher.

Informationen zum Buch:
Titel: Sommerroulette
Autor: Liz Ambros
Seiten: 208 Seiten (broschiert)
Verlag: BoD (Dezember 2010)
ISBN 10: 9783842346420
ISBN 13: 978-3842346420

Rezension:
Tina, Chris, Big Lo, Anni, Ronny, Omimi, Doc Fred, Pedro, Macht, Liebe, Geld, Verluste und Intrigen. Dies alles sind die Darsteller in einer Geschichte, die sich immer schneller dreht, immer mehr konzentriert, bis sie sich in einem Wirbelsturm auflöst.

Der Autorin gelingt hier ein durchaus interessantes Kunststück: Verwirrung.
Zum einen inhaltlich, denn das Buch besteht nicht aus Kapiteln, sondern aus Absätzen, in denen jeder sich einer anderen Person zuwendet. Manchmal liest man erst nach einigen Zeilen heraus, um wen es gerade geht, so dass man als Leser ständig gefordert ist und dieses Buch keinesfalls leichtfertig und unaufmerksam lesen sollte.
Zum anderen verwirrt die Sprache. Es liest sich größtenteils wie eine Mischung aus Anpreisungen eines Hotelprospekts und lyrischen Ergüssen, so dass auch hier eine erhöhte Konzentration erforderlich ist.
Dennoch ist diese absolut realitätsferne Sprache interessant, ungewöhnlich und dadurch spannend. Die Geschichte an sich ist durchdacht, wenn auch vielleicht ein paar weniger Verwirrungen dem Lesefluss geholfen hätten. Insgesamt aber ist hier wirklich intelligent zu Werke gegangen worden, die Auflösung ist zwar etwas dick aufgetragen, in sich aber logisch.

Eine Bewertung fällt mir schwer, denn mir hat das Buch gut gefallen, es lässt sich aber eben nicht einfach lesen, man muss wirklich Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen. Vor allem aber finde ich die Bezeichnung „Roman“ irreführend. Denn im Grunde handelt es sich hier, allein schon aufgrund der Sprache, viel mehr um eine Erzählung, die tiefer reicht, nachdenklicher ist, dafür aber auch stärker von der Realität abweicht und sei es nur im Ausdruck.
Ich fürchte, dass einige Leser bei einem Roman einfach etwas Anderes erwarten und daher enttäuscht werden können. Andererseits dürfte es auch für Leute, die von eben dieser Art zu erzählen, angesprochen werden, schwerer zu finden sein.

Insgesamt ein durchaus interessantes, wenn auch schwieriges Werk. Aufgrund der dahinter steckenden Intelligenz noch die Bewertung von 4 Punkten.

Bewertung: 4 von 5 Punkten mit Tendenz nach unten

Kommentare:

  1. Deine Rezi macht mich richtig neugierig. Das Buch liegt auch ganz frisch auf meinem SuB und ich bin gespannt aufs Lesen.

    Liebe Grüße
    Anka

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  2. Ich habe in letzter Zeit häufig von dem Buch gehört. Deine Rezi finde ich klasse, denn sie verstärkt den Eindruck, welchen ich von dem Buch habe. Für mich ist das nichts und ich werde es nicht lesen.

    LG
    Jai

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  3. Schön, zu Entscheidungen verhelfen sollen Rezensionen ja :)

    Danke für die Blumen
    Lg

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