Sonntag, 6. März 2011

Rezension: Ruf der Tiefe

Dieses Buch habe ich über die Seiten der Leser-Welt im Rahmen einer Leserunde mit den Autoren bekommen.


Informationen zum Buch:
Titel: Ruf der Tiefe
Autor: Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek
Seiten: 414 Seiten (Hardcover)
Verlag: Beltz (Januar 2011)
ISBN 10: 3407810822
ISBN 13: 978-3407810823


Rezension:

Leon und Lucy sind ein Dreamteam, sie arbeiten äußerst erfolgreich zusammen, um für den Konzern ARAC in der Tiefsee nach zu suchen. Bleibt zu erwähnen, dass Leon 16 Jahre jung und Lucy eine Krake ist. Das seltsame Pärchen ist eines von mehreren, denn der Konzern entwickelt und erprobt nicht nur das Flüssigkeitstauchen, bei dem die Taucher mühelos bis in mehr als 1000 Meter Tiefe vordringen können, nein es wird jedem dieser jungen Menschen ein in der Tiefsee beheimatetes Tier zur Seite gestellt, das trainiert und betreut werden muss.
Doch nirgends ist die Verbindung so eng wie zwischen Leon und Lucy, die per Gedankenübertragung miteinander kommunizieren. Als sich seltsame Vorkommnisse häufen und die Gefahr für die Taucher zu groß wird, muss Leon sich entscheiden: Für eine gesicherte Zukunft oder für die Aufklärung der Umstände um das Meer, Lucys Heimat und seine Zuflucht, retten zu können.

Die beiden Autoren legen hier eine sehr gelungene Zusammenarbeit vor. Nicht nur, dass die Figuren ganz wunderbar lebensnah und sympathisch sind, ihre Handlungen wirken echt und nachvollziehbar.
Die Ausflüge in die Tiefsee sind spannend und gleichzeitig lehrreich. Es wurde eine Menge Wissenswertes in die Geschichte eingeflochten ohne dass dies störend, aufdringlich oder langweilig wirken würde – man bildet sich also ganz nebenbei weiter.
Auch muten einige der genannten Erfindungen utopisch an, bis man im Anhang lernt, dass sie gar nicht so weit weg von der Realität sind.

Interessant fand ich die Lösung, Lucys Gedankengänge in eine „reale“ Geschichte einzubauen, ohne albern oder unglaubwürdig zu werden. Diese Krake ist so liebenswert und ihre teilweise nur bildhafte Sprache ist so wunderbar liebenswert umgesetzt, dass es absolut normal wirkt, dass hier eine intelligente, mit einem Menschen sprechende, Krake eine Hauptrolle spielt. Man muss Lucy einfach von der ersten Seite an lieben.
Gut gelöst finde ich das Ende des Buches, denn das Finale wirkt nicht zu konstruiert, es zeugt davon, dass im Leben zwar vieles gut endet, hierfür aber Opfer zu bringen sind, das ist etwas, das in Jugendbüchern gerne zu kurz kommt, in diesem Falle aber sehr überzeugend ausgearbeitet wurde.

Schade fand ich die Umsetzung des Epiloges. Natürlich ist der Leser gespannt, was aus allen geworden ist, DASS der Epilog kommt, war also unausweichlich. Nur das WIE fand ich unpassend und störend. Die ganze Situation wirkt wie ein Fremdkörper, was doppelt schade ist, da es sich um die letzte Szene im Buch handelt, um das, was man mitnimmt, wenn man es zuklappt.

Insgesamt ein wunderbares, lehrreiches, spannendes und mitreißendes Buch mit liebenswerten Charakteren, von denen wir hoffentlich einige in weiteren Büchern noch näher kennenlernen dürfen mit einem kleinen Wermutstropfen am Ende.

Bewertung: 4 von 5 Punkten mit leichter Tendenz nach unten

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