Sonntag, 6. März 2011

Rezension: Die Nacht ist dein

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

Informationen zum Buch:
Titel: Die Nacht ist dein
Autor: Rebecca Maizel
Seiten: 380 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann (Februar 2011)
ISBN 10: 3442474299
ISBN 13: 978-3442474295


Rezension:

Lenah ist ein Vampir. Ein mächtiger Vampir, eine Herrscherin. Und doch wünscht sie sich nichts sehnlicher, als wieder sterblich zu sein.
Als ihr jedoch dieser Wunsch erfüllt wird, muss sie erkennen, dass sie zwar ihren toten Körper wieder zum Leben erwecken, nicht jedoch ihre Vergangenheit abschütteln kann: Ihr Coven, ihr Vampirclan, ist auf der Suche nach ihr, denn niemand verlässt den Coven einfach so.

Endlich mal eine neue Idee in der Masse der Teenie-Vampirromane! Ein Vampir möchte wieder Mensch sein.
Eine tolle Idee! Leider ist die Umsetzung etwas gewöhnungsbedürftig geraten.
So wird Lenah als Vampirin als durchweg grausam und böse beschrieben. In den zahlreichen Rückblenden merkt man davon sehr wenig, nur eine einzige Szene lässt erahnen, welche Grausamkeit gemeint sein könnte.
Lenah als Mensch hingegen passt sich der für sie vollkommen neuen Welt erstaunlich schnell an. Zwar kommen immer wieder Fragen ihrerseits, die beweisen sollen, dass sie aus einer anderen Zeit stammt, ihr restliches Verhalten und ihre Wortwahl jedoch sind kaum von der ihrer Mitschüler zu unterscheiden, was für meinen Geschmack doch sehr schnell ging.

Ebenfalls unglücklich fand ich die Liebesgeschichte. Man hat sich ja fast daran gewöhnt, dass das Konfliktpotential von Dreier- oder Vierer-Liebesgeschichten in Jugendbüchern so gut wie nie ausgeschöpft wird und am Ende doch irgendwie alle glücklich sind.
Aber dass die „romantische Seite“ dieses Buches so sehr mit rosa Zuckerguss überzogen sein muss, war dann etwas zuviel des Guten. Darüber hinaus fand ich Justin in der Rolle, die er im Buch übernimmt, relativ unglaubwürdig, das passte nach meinem Empfinden nicht zusammen mit seinem Image und Verhalten als allseits beliebter Sunnyboy.
Tony war als Person wesentlich besser ausgearbeitet und insgesamt sympathischer - dass er eine andere Rolle zugeteilt bekam, als (beeinflusst durch viele solcher Geschichten) zu vermuten gewesen wäre, war überraschend, aber in Ordnung.
Die restlichen menschlichen Figuren bleiben Statisten, in ihre Charakterisierung wurde scheinbar wenig Zeit und Mühe investiert. Selbst Lenah wirkt farblos, was der ganzen Geschichte jede Menge Intensität raubt.

Der Stil der Autorin ist seltsam anstrengend zu lesen, obwohl sie eine einfache Sprache verwendet. Es wirkt fast ein wenig schleppend, was sich erst im weiteren Verlauf des Buches relativiert.
Auch wird zu oft und zu viel erklärt, hingewiesen und wiederholt. Dass die Vampir-Sehkraft was Besonderes und Tolles ist und Lenah noch als Mensch über sie verfügt, durfte man ungezählte Male lesen, ebenso wurden die Handlungen der anderen Mädels, Lenahs  Verhalten in der Sonne, ihre frühere Grausamkeit, ihre veränderten Bedürfnisse und noch weitere Kleinigkeiten einfach viel zu oft thematisiert.

Obwohl also die Idee toll und das Buch zum Ende hin recht gut lesbar und insgesamt interessant war, wurde hier viel Potential verschenkt. Ich hoffe, dass die Autorin sich in diesen Punkten weiter entwickelt , denn Geschichten erdenken – das kann sie.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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