Sonntag, 6. März 2011

Rezension: Bis dass der Tod uns scheidet

Ein Buch, das irgendwo zwischen Sachbuch und Klatschzeitung anzuordnen ist - interessant auf jeden Fall.

Informationen zum Buch:
Titel: Bis dass der Tod uns scheidet
Autor: Guido Knopp
Seiten: 272 Seiten (Hardcover)
Verlag: Econ (2005)
ISBN 10: 3430155193
ISBN 13: 978-3430155199


Rezension:

Berühmte Paare – berühmte Geschichten. Jeder kennt ihre Schicksale – kennt jeder ihre Schicksale?
Bill und Hillary Clinton und der Skandal um Monica Lewinsky. Prinz Charles und Lady Di, Camilla und die Scheidung. Fürst Rainier und Grace Kelly, ihr tragischer Tod. Der Schah und Soraya, eine große Liebe und doch die Trennung. Die Goebbels – ein Leben und der Tod für die Sache.

Guido Knopp stellt hier die Lebens- und Liebesgeschichten bekannter Paare vor – vom Kennenlernen bis zum Ende der Geschichte, der Ehe, des Lebens.
Es ist äußerst interessant, hinter die Kulissen zu sehen. Der Autor zitiert diverse Quellen, fügt sie zu einem Bild zusammen, das teilweise ganz anders ist, als man es aus Medien oder Schulbüchern kennt.  Insbesondere ein Blick ohne die beeinflussenden Emotionen, die gerade die Geschichten von Lady Di und Charles und der Clintons geprägt haben, öffnet ganz neue Sichtweisen.
Erschreckend, was Menschen auf sich nehmen, um ihrer Rolle gerecht zu werden. Beeindruckend, was sie auf sich nehmen, wenn sie ihr eigenes Glück hinter ein anderes Ziel stellen. Traurig, zu sehen, was aus solcher Aufgabe werden kann.
Beeindruckend, ganze Leben auf wenigen Seiten zusammengefasst zu sehen.

Unglücklich fand ich die Herangehensweise an die Geschichte der Familie Goebbels. Ganz bestimmt  keine Sympathieträger, um es vorsichtig auszudrücken. Dennoch versucht der Autor nicht einmal, eine professionelle Distanz zu wahren – im Gegenteil man liest seine Verachtung aus so vielen Formulierungen heraus, dass man sich unweigerlich fragt, warum dieses Ehepaar dann in das Buch aufgenommen wurde, wenn doch eine so deutliche Abneigung besteht .
Nicht, dass diese Haltung nicht absolut verständlich wäre – ein Sachbuch allerdings würde meiner Meinung nach mehr sprachliche Neutralität vertragen können.

Insgesamt aber ein sehr interessantes Buch, das für den durchschnittlich informierten Leser sicherlich einiges Neues bereit hält und einen Blick hinter sonst sorgfältig versteckte Kulissen erlaubt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten mit Tendenz nach unten

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