Freitag, 18. Februar 2011

Rezension: Schimmer

Dieses Buch habe ich in der Bibliothek einer Bekannten entdeckt und das Cover hat mich aufgrund der wunderschönen Farben direkt angesprochen. Also musste ich das Buch auch haben und ja, es war eine sehr gute Entscheidung.

Informationen zum Buch:
Titel: Schimmer
Autor: Ingrid Law
Seiten: 240 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen (Februar 2009)
ISBN 10: 3551581932
ISBN 13: 978-3551581938


Rezension:

Mibs Familie behauptet, genau so zu sein, wie andere. Sie werden geboren und irgendwann später sterben sie. Und in der Zeit dazwischen leben sie wie andere auch.
Naja, fast. Denn die Familienmitglieder erhalten pünktlich an ihrem 13. Geburtstag ihren Schimmer, ihre besondere und einzigartige Gabe.
So kann Mibs Opa Berge versetzen und einer ihrer Brüder sprüht vor Elektrizität.
Uns auch Mibs wird bald 13 und kann ihren Geburtstag kaum erwarten, so gespannt ist sie darauf, was ihr Schimmer wohl sein wird.
Allerdings wird ihr besonderer Tag nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat, denn ihr Vater hat kurz  zuvor einen schlimmen Unfall …

Endlich wieder ein Buch, das die Höchstnote verdient hat. Die Geschichte von Mibs ist, obwohl sie sich nur an wenigen Tagen abspielt, in sich geschlossen, logisch, mit der richtigen Mischung aus Geschehnissen und Gedanken.
Sie erzählt davon, wie es ist, erwachsen zu werden. Und plötzlich ist man als Leser wieder ein Teenager und macht ähnliche Erfahrungen, denkt ähnliche Gedanken, fühlt ähnliche Gefühle.
Den besonderen Zauber dieser Zeit, das Begreifen und Staunen, hat die Autorin mit einer wundervollen Sprache eingefangen. Eine Sprache, die so fluffig und leicht, so verspielt und liebenswert ist, dass sie dem Buch einen ganz besonderen Charme verleiht.

Ein paar Beispiele aus dem ersten Kapitel (also keine Spoiler):
„Mein Bruder hielt sich am Rand des Picknicktisches fest, während der Wind um ihn herum auffrischte, kräftiger wurde und ihm das Geschenkpapier aus den Händen riss, es hoch in den Himmel segeln ließ, die Luftschlangen und Ballons zu einem Knäuel zusammenfegte, bis sie in Fetzen rissen wie eine Geburtstagsparty im Mixer“
„ „Mädchen kriegen kein scharfes Pfefferminz. […]Für Mädchen gibt`s die stillen, freundlichen Schimmer – Zimt und Zucker und alles in Butter. […]“ “
„Ich war weder die Jüngste noch die Kleinste in der Familie; Samson der Grübler war dunkle, geheimnisvolle sieben, und Gypsy mit dem Puppengesicht war drei. Gypsy mit ihrem Brabbelsabbel hatte ich den Namen Mibs zu verdanken, denn meinen richtigen Namen, Mississippi, brachte ihre zarte Zuckerzunge nicht zustande.“

So liebevoll wie die angewandte Sprache, sind auch die Figuren geformt worden. Besonders den stillen Samson habe ich in mein Herz geschlossen. Ein Persönchen, dem trotz weniger Handlungen und noch weniger Worte so viel Charakter innewohnt – herrlich.
Auch Mibs, Fish, Bobbi und Willl Junior, sowie die Erwachsenen, insbesondere die Pastorenfrau, Lester und Lill sind wunderbar beschrieben worden. Ohne einer Auflistung ihrer Eigenschaften zu liefern, zeichnet die Autorin ein Bild ihrer Akteure, dass man diese fast vor sich sehen kann.
Sie sind greifbar. Und das in einer Geschichte für Jugendliche. Einer Geschichte, in der es mehr um das Was als das Wie geht.

Fazit:
Ein wundervolles Buch über die Reise zum Erwachsenwerden. Liebevoll und liebenswert.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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