Montag, 14. Februar 2011

Rezension: Götterdämmerung

Zugegebermaßen fiel mir die Bewertung dieses Buches enorm schwer. So ist es wohl, wenn man eine Beziehung zu einem Buch aufgebaut hat. Diese entstand dadurch, dass mir hier die wunderbare Chance gegeben wurde, das Buch gemeinsam mit ein paar weiteren Lesern und der Autorin zu überarbeiten, bevor es neu aufgelegt wird.
Da beschäftigt man sich schon ganz anders mit einem Buch.
Das Wissen, welche meiner Kritikpunkte in der neuen Ausgabe entfallen werden, habe ich versucht, aus dieser Rezension heraus zu halten, denn letztendlich geht es hier um das Buch, wie es mir vorlag.
Ich freue mich dennoch schon sehr darauf, die neue Version in den Händen halten zu dürfen.

Informationen zum Buch:
Seiten: 273 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Pressel (Februar 2010)
ISBN 10: 3937950621
ISBN 13: 978-3937950624


Rezension:

Josie ist eine Stadtpflanze, die plötzlich gezwungen wird, mit ihrer Mutter zu ihren Großeltern in die tiefste Provinz zu ziehen. Sie ist alles andere als begeistert, fügt sich aber in ihr Schicksal, lebt doch ihre beste Freundin Dakota im gleichen Ort, so dass Josie nicht ganz so einsam ist, wie ihr das Landleben zunächst vorkommen mag.
Dass dieses Leben auch alles andere als langweilig ist, müssen die Mädchen allzu schnell lernen, als sich heraus stellt, dass es doch mehr gibt zwischen Himmel und …. Hölle.

Nicole Döhling legt hier inhaltlich einen äußerst interessanten Erstling vor. Dass sie offen zugibt, sich an der Geschichte von Buffy orientiert zu haben, entschädigt an vielen Stellen die bekannten Parallelen, über diese hinaus aber wurde eine eigenständige Geschichte entwickelt, die ihrem Vorbild in nichts nachsteht.
Einzig der Schlussteil bringt dann doch ein paar zuviele neue Mitspieler auf den Plan.
Sprachlich bin ich in der Bewertung hin- und hergerissen. Einerseits legt die Autorin einen wunderbar natürlichen, flüssigen und gut zu lesenden Stil an den Tag, andererseits scheint das Buch ohne jegliches Lektorat verlegt worden zu sein, denn es strotzt nur so vor Rechtschreibfehlern und auch die Zeichensetzung ist bisweilen eher eigensinnig.
Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben, teilweise, als wären sie aus dem wirklichen Leben einfach in das Buch gestiegen. Andere allerdings bleiben farblos, obwohl sie einen größeren Anteil an der Geschichte verdient gehabt hätten, wie beispielsweise die Großeltern oder die Mutter. Die Autorin beschränkt sich bei ihren Charakterisierungen eher auf die Hauptdarsteller, was man bei einem Buch dieser Dicke dann aber zugunsten der Story entschuldigen kann.
Diese wiederum baut die Autorin gut auf und löst sie in einem Endkampf der in einem guten Verhältnis zum vorherigen Geschehen steht.

Insgesamt waren für meinen Geschmack im Text zu viele Anspielungen auf die Serie Buffy zu finden. Dass die Geschichte inhaltlich daran angelehnt ist, ist die eine Sache, dass die Protagonisten darauf herum reiten, war mir persönlich zu viel des Guten.
Die Rechtschreibung und Zeichensetzung trug dazu bei, dass der Lesefluss immer wieder stockte.
Von der Story und dem Stil her allerdings hat mir das Buch gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf den weiteren Werdegang der Autorin und darauf, wie sich dieses Buch in der überarbeiteten Version darstellen wird.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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