Samstag, 5. Februar 2011

Rezension: Firmin - ein Rattenleben

Dieses Buch habe ich von einer Freundin ausgeliehen. Nachdem ich so viele positive Meinungen darüber gelesen hatte, war ich neugierig. Leider konnte es meinen Erwartungen nicht gerecht werden.

Informationen zum Buch:
Autor: Sam Savage
Seiten: 208 Seiten (broschiert)
Verlag: List Tb (Oktober 2009)
ISBN 10: 354860921X
ISBN 13: 978-3548609218


Rezension:

Firmin ist eine Leseratte  - eine lesende Ratte. Geboren und aufgewachsen im Keller einer Buchhandlung wird sein Leben von Anfang an von Wörtern, Sätzen, Buchstaben bestimmt. Und so wundert es nicht, dass Firmin sich lieber an Menschen und ihre Lebensweisen hält als an das Leben, das eine Ratte führen sollte…
Man sollte meinen, dass ein Buch über Bücher und das Lesen denjenigen, die viel  und gerne lesen, per se gefällt. Leider war das in diesem Fall nicht so.
Ich empfand die Erzählweise als zäh, die Einwürfe Firmins an den Leser unterbrechen seine Berichte nur kurz, immer wieder rutscht er in lange Monologe, verschlungene Gedankengänge ab. Ein wenig liest sich das Buch so, als würde einem ein Betrunkener sein Leben erzählen: Verworren und sprunghaft, immer wieder werden spätere Ereignisse vorweg genommen, bevor es in der Geschichte weiter geht, immer wieder stellt Firmin sich selber rhetorische Fragen, denkt über das Leben und Lesen als Solches nach, bevor er wieder zu einem Bericht seines Lebens übergeht.
Ja, dieses Buch regt zum Nachdenken an. Firmin tut einem ob seines armseligen Lebens leid,  man denkt über viele der angesprochenen Themen nach, ordnet sie vielleicht in seinen eigenen Erfahrungen neu an.
Nichtsdestotrotz kann Firmin weitere Sympathien leider nicht sammeln, vielleicht auch, weil mit der Figur einer sehr von sich selbst überzeugten Ratte keine Identifikation möglich ist.

Es handelt sich hier um ein intelligentes Buch. Eines, in dem immer wieder deutlich wird, wieviel mehr als nur Buchstaben in Büchern steckt. Und wieviel mehr als nur Handlungen in einem Leben steckt. Aber eben auch eines, das sich zäh liest und dementsprechend wenig Vergnügen mit sich bringt.
Letztendlich muss jeder selber entscheiden, ob und wie sehr er sich auf dieses Buch einlassen möchte – mich persönlich konnte es leider nicht in seinen Bann ziehen.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

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