Freitag, 11. Februar 2011

Rezension: Das Lied der Banshee

Dieses Buch wurde mir vom PAN-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

Informationen zum Buch:
Autor: Janika Nowak
Seiten: 480 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN-Verlag (Januar 2011)
ISBN 10: 3426283395
ISBN 13: 978-3426283394

Rezension:

Aileen ist – bis auf ihre Lehrstelle als Tischlerin – ein ganz normales Mädchen. Zumindest glaubt sie daran, bis sie einem merkwürdigen Mann in der U-Bahn begegnet, verfolgt wird und sich eingestehen muss, dass hier etwas ganz und gar nicht normal ist.
Als ihr eröffnet wird, dass sie eine der letzten – vielleicht die letzte – Banshee ist, also eine Todesfee, kann sie dies zunächst nicht glauben, bis die Feinde, die auf sie aufmerksam geworden sind, sie zwingen, sich mit ihnen und ihrer neuen Realität auseinander zu setzen…


Dieses Buch ist ein optisches Schmuckstück! Nicht nur der Einband ist wunderschön gestaltet, nein, im Buch befinden sich zusätzlich unzählige Illustrationen, die dem Leser die Geschichte ganz eindringlich nahe bringen. So werden Bilder von den verschiedenen Gestalten, aber auch von besonderen Situationen gezeigt, die einfach die Geschichte sehr viel greifbarer gestalten.

Weiter ist positiv anzuführen, wie lebensnah die Autorin ihre gar nicht so lebensnahen Figuren entworfen hat. Ihre Eigenarten wurden sehr schön herausgearbeitet, ohne es zu übertreiben, so dass man einen guten Eindruck der Charaktere bekommt, ohne dass hierfür lange Vorstellungen nötig gewesen wären. Statt dessen entwickeln sich die Personen aus der Geschichte heraus, was wirklich angenehm war.
Auch war die Art Aileens, die Geschichte zu erzählen, erfrischend. Sarkasmus, Ironie und teilweise sehr bissiger Humor sind hier die sprachlichen Begleiter und sie passen sehr gut in die Story. Teilweise waren die gedanklichen Kommentare der Protagonistin so wunderbar passend, dass  man sie am liebsten anderen weitererzählen würde.

Allerdings haben mich an diesem Buch auch so einige Punkte gestört, wovon einige Kommafehler, ein verwechselter Name (da hieß Bettina auf ein Mal Beate) und einige verwirrende Formulierungen noch die Kleineren waren.
Es gab Fehler in der Kontinuität, Punkte, in denen es wirkt, als wären erklärende Sätze gestrichen worden, so dass dem Leser eine Situation vorgesetzt wird, die zunächst verwirrend erscheint und es gibt Logikfehler.
Beispielsweise wird geschrieben wird, dass Harpyien jemanden umgebracht haben und im nächsten Satz steht, dass der Mörder ein Ghul war. Es mögen Kleinigkeiten sein und vielleicht bin ich da auch überkritisch, aber ich persönlich stolpere beim Lesen über solche Punkte und sie stören mich erheblich.
Da kann ich im Vergleich fast schon darüber hinweg sehen, dass Aileen sich mit aufdringlicher Penetranz einzureden versucht, sie und Thomas – der tatsächlich sehr anstrengende Charakterzüge aufweist – wären nur Freunde.
Darüber hinaus empfand ich das Buch zwar durchgehend als actionreich, aber das Verhältnis zwischen der eigentlichen Geschichte und dem großen Finale war dann eher ungünstig, wenn man bedenkt, dass auf diese wenigen Passagen  über 400 Seiten lang hingearbeitet wurde.
Der Epilog schließlich ist mir zu weichgewaschen. Zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen in einer Welt, die doch noch so viele Geheimnisse und Merkwürdigkeiten bietet, zu viel Normalität in einem Leben, das so fern ab jeglichem Normalen anzusiedeln ist.
Da bleibt leider ein schaler Nachgeschmack.

Insgesamt ein Buch, das verschiedene Mythen und Sagenwelten sehr schön und logisch miteinander verknüpft. Eine neue, eine ansprechende Idee und eine vor allem wundervolle Gestaltung.
Abzüge gibt es allerdings bei der Logik und Kontinuität, worüber der geneigte Leser aber bestimmt leichter hinwegsehen kann als ich.

Bewertung: 3 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben

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