Montag, 24. Januar 2011

Rezension: Schweigt still die Nacht

Dieses optische Schmuckstück habe ich über die Seiten der Leser-Welt gewonnen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut und doch ist dieses das erste Buch dieses Verlages, von dem ich nicht so begeistert bin. Aber lest selbst:

Informationen zum Buch:
Autor: Brenna Yovanoff
Seiten: 368 Seiten (Hardcover)
Verlag: Script5 (Januar 2011)
ISBN 10: 3839001277
ISBN 13: 978-3839001271


Rezension

Mackie Doyle ist anders. Obwohl er sich Mühe gibt, nicht aufzufallen, scheint siene Andersartigkeit wie ein Leuchtschild über ihm zu schweben mit seiner blassen Haut und seiner merkwürdigen Art.
Gleichzeitig scheinen aber auch alle Bewohner Gentrys großen Wert darauf zu legen, wegzusehen. Nicht zu bemerken, dass etwas nicht stimmt.
Nicht zu glauben, dass die rätselhaften Kindstode ungewöhnlich sind.
Nicht zu sehen, dass es nicht ihre eigenen Kinder sind, die sterben.
Mackie selber ist sich bewusst, dass etwas vorgeht und auch, dass die Menschen schweigen, um sich zu schützen. Und er schweigt, um sich selber zu schützen.
Sein Leben funktioniert mehr oder weniger gut, bis die kleine Schwester von Tate stirbt - oder das, was für ihre Schwester gehalten wird.
Und bis Tate nicht länger bereit ist, die Augen zu verschließen und Antworten verlangt…

Dieses Buch enthält unbestreitbar eine wunderbare Sprache. So manches Mal hält man beim Lesen inne um einen Satz nochmal zu lesen und ihm nachzuschmecken. Hier wurde wirklich schöne Arbeit geleistet.
Auch ist die Sprache authentisch. Man glaubt sie den jugendlichen Protagonisten ohne Weiteres, gleichzeitig wirkt sie aber auch für erwachsene Leser glaubhaft und natürlich.
Die Idee hinter der Story ist großartig. Es handelt sich hier um eine neue Sicht, etwas, was sich aus dem Einheitsbrei der Fantasyromane positiv abhebt.
Beidem  zusammen   entspringt hier ein echter Pageturner, ein Buch, das man nur aus der Hand legt, wenn man unbedingt muss.

Dennoch hat es leider auch Makel.
Zu den Verschmerzbaren gehört die ständigen Orts- und Wegebeschreibungen anhand von Straßennamen. Das mag zwar eine schöne Idee sein und sich auch sehr viel besser anhören, als wenn nur von „der Straße“ gesprochen wird, aber mich hat es im Lesefluss unterbrochen und ich habe mich jedes Mal gefragt, ob ich jetzt wirklich hätte wissen müssen, wo in Gentry sich diese Straße befindet, ob ich eine Straßenkarte übersehen habe oder einfach nicht aufmerksam genug bin.

Weiterhin wurde zwar vieles erklärt, bei näherem Nachdenken allerdings bleiben einfach zu viele Fragen offen, zu viele Dinge wurden als gegeben hingenommen und nicht weiter ausgeführt. Etwas, das einem ein Buch im Nachhinein noch vergällen kann. Auch empfand ich das Ende des Buches schlicht als zu simpel.
Bei so einer tollen Story war es meiner Meinung nach dem Buch einfach nicht würdig.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass dieses hier ein typisches Zuckerwattebuch ist. Es schmeckt wunderbar, aber es sättigt nicht und hinterlässt einen merkwürdigen Nachgeschmack.

Bewertung: 3 von 5 Punken

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