Samstag, 29. Januar 2011

Rezension: Du

Auch ein Buch von vorablesen.

Informationen zum Buch:
Titel: Du
Autor: Zoran Drvenkar
Seiten: 576 Seiten (Hardcover)
Verlag: Ullstein (September 2010)
ISBN 10: 355008773X
ISBN 13: 978-3550087738


Rezension:

Inhalt:
Der Reisende durchstreift die Republik und mordet ohne Ziel, ohne Motiv und ohne Gnade. Fünf Mädchen geraten unerwartet in einen Strudel aus Gewalt und Schuld. Ein hohes Tier der Berliner Unterwelt fühlt sich hintergangen und sinnt auf Rache.
All diese Menschen scheint nichts und doch alles zu verbinden und wenn die Fäden schließlich zusammenlaufen, hält Drvenkar die eine oder andere Überraschung bereit.

Eindruck:
Der Autor legt hier einen Thriller vor, der den Leser durchschüttelt, ihn auffrisst und an den verschiedensten Stellen wieder ausspuckt, nur um ihn im nächsten Kapitel erneut zu verschlingen.
Konsequent spricht der Autor mit dem Leser, setzt ihn an Stelle des jeweils Handelnden, während diese Rolle von Kapitel zu Kapitel einer anderen Person zufällt. So schafft er ein äußerst vielschichtiges Werk, eine Geschichte, die aus den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet wird und in der der Leser zwar mehr weiß als der Handelnde, dennoch immer nur dessen Realität kennt.
Die Story selber ist gut durchdacht und in sich logisch, wenn auch verworren und von Lügen und Halbwahrheiten durchdrungen wie sonst nur die Realität.
Dies alles macht das Werk erlebbar, auch wenn die einzelnen Geschehnisse fernab jeglicher persönlichen Erfahrungen liegen.

Die Figuren sind authentisch und greifbar, mit allen ihren Fehlern und Problemen. Mit dem, was sie antreibt und ängstigt. Drvenkar macht diese Dinge durch die hautnahe Erzählweise deutlich und seine Protagonisten somit echt.

Kritik:
Das Ungewöhnliche dieser Geschichte, die Erzählweise und Erzählstruktur ist auch der Schwachpunkt des Buches. Nicht jeder versetzt sich gerne in die Rolle eines Mörders und folgt seinen Gedankengängen, als wären es die eigenen. Nicht jeder lässt sich gerne von einem Autor duzen. Und die Kombination von beidem mag schwierig sein.

Ebenso folgt der Roman keiner chronologischen Reihenfolge und die Handelnden wechseln in jedem Kapitel, was den Leser immer wieder zwingt, das jeweilige Geschehen gedanklich einzuordnen, um folgen zu können.

Fazit:
Auf Drvenkar muss man sich einlassen können und wollen, dann aber nimmt er einen mit auf eine lohnende Reise.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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