Montag, 24. Januar 2011

Rezension: Die Brautjägerin

Wieder ein Buch von der Leser-Welt.

Informationen zum Buch:
Titel: Die Brautjägerin
Autor: Amy Appleton
Seiten: 448 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Diana Verlag (Februar 2010)
ISBN 10: 3453352815
ISBN 13: 978-3453352810


Rezension:

Inhalt:
Rebecca „Becca“ Orchard ist Brautjägerin. Entgegen der Meinung ihrer Mutter ist das nicht mit Zuhälterei gleichzusetzen, nein, Becca sucht und findet die perfekte Ehefrau für reiche, heiratswillige Männer. Hierbei muss sie vor allem darauf achten, nicht an Frauen zu geraten, die nur auf das Geld der Männer aus sind, und gleichzeitig alle persönlichen Vorlieben und Ansprüche ihrer Klienten erfüllen – kein leichter Job.
Noch schwieriger wird es allerdings, als ein ehemaliger Kunde Becca überredet, seinen Mitarbeiter ohne dessen Wissen zu verkuppeln und als sie sich mit ihrer ersten und überaus anspruchsvollen und schwierigen weiblichen Klientin auseinandersetzen muss.
Um das Chaos zu komplettieren gerät auch noch Beccas Privatleben gleich an mehreren Fronten ins Wanken, so dass sie sich letztendlich entscheiden muss, was sie wirklich (erreichen) will.

Meinung:
Meine Meinung zu diesem Buch ist deutlich zweigeteilt und das beginnt schon beim Cover:
Es ist einerseits ein Blickfang, das knallrote Herz mit Amors Pfeil und den ineinander verschlungenen Eheringen.
Bei näherer Betrachtung allerdings passt auf dem Cover nichts so richtig zusammen. Das Herz sieht aus wie mit Tusche gemalt, die darauf befindliche weiße Schrift ist in Kreide-Optik gestaltet und der Pfeil ist nicht besonders gut eingefügt, so dass es einfach störend wirkt.

Das Buch selber ist leichte Kost. Spätestens ab Seite 50 ist klar, wie die Geschichte enden wird und die meiste Zeit stört das nicht einmal. Im Gegenteil, die Sprache ist so eingänglich, der Stil so offen und leicht, dass das Lesen Spaß macht und man in der Geschichte recht schnell voran kommt.

Schade ist es, dass auf den letzten 100 Seiten so viel Konfliktpotential aufgeworfen und dann wieder fallen gelassen wurde. Es passieren auf einmal Dinge, deren Hintergrund und Geschehen man viel mehr hätte ausbauen können. So, wie es letztendlich umgesetzt wurde, wirkt es eher aufgesetzt und danach, als hätten einige Handlungsstränge noch schnell zuende geführt werden müssen.

Und obwohl das Ende der Geschichte recht schnell klar ist, wirkt die Umsetzung dann doch etwas überstürzt und teilweise unrealistisch.

Ansonsten aber ist das Thema interessant und der Inhalt ansprechend umgesetzt.

Figuren:
Beccas Figur ist, ebenso wie Georgie, recht genau gezeichnet. Der Leser lernt sie mit Ecken und Kanten kennen, gleichzeitig wird aber so eindringlich von ihnen erzählt, dass man sie einfach mögen muss.
Auf der anderen Seite läuft Becca mit undurchsichtigen Scheuklappen durch die Welt, äußert in ihren Gedanken teilweise Dinge, die einen nur den Kopf schütteln lassen ob der Engstirnigkeit  und Sturheit die hier an den Tag gelegt wird.
Die anderen Figuren bleiben farblos, es werden nur einzelne Aspekte ihres Charakters beleuchtet, insbesondere Sams Erklärungsversuche am Ende wirken dann auch wie an den Haaren herbeigezogen wirken, passen sie doch so gar nicht zu den vorher an den Tag gelegten Handlungsweisen.


Kritik:
Neben den nicht ausgereiften Figuren und gerade zum Ende hin sehr spontanen Geschehnissen, die weder begründet, noch vernünftig eingeleitet und ausgeführt werden, gab es noch weitere Punkte, die beim Lesen störend wirkten.
So macht Becca das ganze Buch hindurch immer wieder Anspielungen auf ihre Vergangenheit und zwar mit einer Penetranz, die impliziert, dass sie alles andere als darüber hinweg ist.
Dann widersprechen sich ihre Handlungen und ihre durch ihre Gedanken offen gelegten Motive im Verhalten gegenüber ihrem Exfreund an einigen Stellen des Buches (besonders stark wirken vs. Ehrlich sein...).
Und das zuckersüße „alles muss noch ganz schnell gut werden, bevor wir auf zu viele Seiten kommen“- Ende war dann auch reichlich unbefriedigend, da hätte man viel mehr daraus machen können.

Fazit:
Alles in allem ein leicht verdauliches Buch für kurzweilige Stunden, von dem man aber keinesfalls große Kunst erwarten darf.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen