Samstag, 29. Januar 2011

Rezension: Dämonenherz

Ebenfalls von vorablesen. Aus meiner Sicht eines der schwächeren Bücher des letzten Jahres.

Informationen zum Buch:
Titel: Dämonenherz
Autor: Julia Talbot
Seiten: 396 Seiten (Hardcover)
Verlag: Marion Von Schröder (März 2010)
ISBN 10: 3551582009
ISBN 13: 978-3551582003


Rezension:

Inhalt:
Die PR-Agentin Anna hat eine miese Phase. Erst lässt sie sich von einer ehemaligen Klassenkameradin überreden, kostenlos für sie zu arbeiten, was ihrer am Rande des Bankrotts wandelnden Firma den Todesstoß versetzt. Und dann lässt sie sich auf einen Handel mit dem ebenso undurchschaubaren wie erfolgreichen Carl Weller ein, der sie nicht, wie erwartet, in die Welt der Wirtschaft, sondern in viel tiefere, dunklere und gefährlichere Geheimnisse einweiht, so dass letztendlich Anna entscheiden muss, ob sie alles aufs Spiel setzt…

Meinung:
Ein Buch, das mich sicherlich im Handel schon angesprochen hätte aufgrund des wirklich hübschen Covers und der sehr interessanten Story.
Tatsächlich ist der Autorin mit dieser Idee etwas gelungen, was ich anhand der momentanen Fantasy-Schwemme nicht erwartet hätte: Eine neue Idee. Und eine Gute noch dazu.
Das Buch liest sich dann auch gut und flüssig, die Figuren werden – sympathisch oder nicht – lebendig.
Gelungen fand ich – bis auf die Verschwiegenheit über die tatsächlichen Vorgänge – den Charakter des Carl Weller. Der düstere Mächtige ist der Autorin meiner Meinung nach gut gelungen, ebenso der schrullige Vater von Anna.

Kritik:
Es gibt zwei ganz große und mehrere kleinere Kritikpunkte an diesem Buch.
Zum einen der Charakter der Anna. Ich muss gestehen, ich kenne Frauen, die sind so wie Anna und einige dieser Frauen mag ich sogar. Aber Anna hätte ich fast permanent schütteln und anschreien mögen. Nicht nur, dass sie sich zu Beginn des Buches so einwickeln ließ, nicht in der Lage war, ihre Meinung zu vertreten, nein, sie ist wankelmütig, launisch, unsicher. Ihre Missgeschicke sollen sie vielleicht liebenswert-chaotisch erscheinen lassen, ich empfand sie als anstrengend. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sie das Rückgrat beweist und ihre Gedanken und Wünsche offen legt, statt krampfhaft die Starke, Überlegene zu spielen in dem Wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Sie wirkte unglaubwürdig und insgesamt bemüht – nach gewollt, aber nicht gekonnt.
Ein weiterer Punkt ist das permanente um-den-heißen-Brei-Geschleiche im Hauptteil des Buches. Der Leser weiß, dass hier Dinge vorgehen, die den normalen menschlichen Horizont übersteigen. Selbst Scheuklappen-Anna merkt das. Wird das Thema angesprochen? Wird eine Erklärung verlangt und auf ihr beharrt? Nein. Und selbst Weller, für den es nicht unbedingt von Nachteil wäre, Anna mehr zu erzählen, schweigt sich beharrlich aus.
Das Ende des Buches wirkt sehr bemüht und konstruiert. Als wäre es nicht aus der Geschichte erwachsen, sondern wäre anhand einer Checkliste zusammengeschrieben worden. Action? Check. Mystik? Check. Sandrine? Check. … Es wirkt einfach etwas lieblos.

Dann gab es diverse logische Lücken oder (für mich) unverständliche Kleinigkeiten:
  • Warum wollte Sandrine zu Beginn des Buches Anna als PR-Agentin? Die kannte Weller zu dem Zeitpunkt nichtmal und anhand von Sandrines Verhalten kann man nicht davon ausgehen, dass diese hellsehen kann. Also: Warum wird diese erste Begegnung so (im Nachhinein) unglaubwürdig gestaltet? Nur, um Sandrine einzuführen? Alles ein großer Zufall, dass gerade diese beiden sich in dem Rahmen vorher schon begegnet sind?
  • Hat Weller Sandrine nun geküsst am Auto oder nicht? Was war das für eine Begegnung?
  • Wenn er so viel Macht hat, auf Annas späteren Status Einfluss zu nehmen, warum hat er das bei Jean-Baptiste nie getan? In all den Jahren? Müsste dort nicht auch Liebe und Pflichtgefühl sein? Oder gilt das nur für die „strahlende“ Heldin, damit ihr neues Leben sich am Schluss so trostlos anhört?
  • Musste diese Geschichte mit Jean-Baptiste und Vicky sein? Hätte man da nicht etwas weniger dick auftragen können?

Fazit:
Wer sich mit der Hauptfigur identifizieren kann, wird sicherlich mehr Spaß an diesem Buch haben, als ich es hatte. Trotz der logischen Lücken eine kurzweilige Lektüre. Allerdings hätte man aus der Story mehr machen können.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Schöne Rezension!! Auch wenn es ein sehr schwaches Buch war, wie mir scheint :) Ich habe verfolge nun offiziell als Leser deinen Blog! :D WÜrde mich freuen, wenn du dich bei mir auch einlinkst (ich hab das nun wieder als Gadget eingfügt!):)

    lg!

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  2. Danke :) Also wie geschrieben, ich wollt die Protagonistin des Öfteren schütteln, vielleicht liegts aber auch einfach daran, dass ich leider so einige Menschen kenne, die SO sind und da leicht empfindlich reagiere.
    Und der andere Punkt: Klar

    Lg

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