Montag, 24. Januar 2011

Rezension: Alterra: Die Gemeinschaft der Drei

Dieses Buch habe ich mir selber zugelegt und auch innerhalb kürzester Zeit gelesen. Rezensiert habe ich es (ich erwähnte, dass ich im letzten Jahr echt faul war) nur, weil es Buch Nr. 50 in 2010 war.

Informationen zum Buch:
Autor: Maxime Chattam
Seiten: 400 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN-Verlag (September 2009)
ISBN 10: 3570306097
ISBN 13: 978-3570306093


Rezension:

Inhalt:
Ein Sturm kommt über die Erde und nichts ist mehr, wie es einmal war. Matt und sein Kumpel Tobias müssen sich nicht nur in einer Welt zurecht finden, in der die Natur verrückt spielt, sie müssen auch noch damit umgehen, dass zwar ihre Eltern und Freunde verschwunden sind, dass aber das Böse weiterhin Bestand hat.
Und es sucht nach ihnen...

Eindruck:
Dem Autor gelingt hier ein Buch mit einer besonderen Idee, eine neue Welt, in der die Natur sich gegen den Menschen wendet und in der fast nur die Kinder überleben.

Mit diesem Buch wird dem Leser eine Idee gezeigt, wie sie so utopisch nicht ist, und dennoch unterscheidet sie sich völlig von dem, was wir kennen. Der Autor beschreibt dieses andere Leben, diese andere Umgebung so liebevoll, dass man sie fast vor sich sieht, was einen besonderen Reiz ausmacht.
Außerdem bietet die Geschichte sehr viel Raum für Fortsetzungen, so dass man hier gespannt warten möchte.

Die Sprache ist einfach und soll (und wird vermutlich) auf junge Menschen authentisch wirken. Allerdings ist sie nicht so mitreißend, dass man sich völlig in ihr verlieren könnte. Gedankengänge sind in kursiver Schrift abgesetzt, so dass man hier dem Helden quasi über die Schulter sehen kann und so etwas mehr in das Geschehen integriert wird.

Kritik:
Es ist eine gute Idee und die Umsetzung ist, für Kinder, ebenso gut gemacht.
Allerdings ist dieses eines von den Jugendbüchern, die man als Erwachsener nicht mit der gleichen Freude liest, denn hierfür folgt der Autor zu sehr einem bekannten Schema:

Ein loyaler, aber leicht einfältiger bester Freund, der in Gefahrensituationen ohne den Protagonisten den Kopf verlieren würde. Ein  wunderhübsches und blitzgescheites Mädchen, das dem Hauptdarsteller mehr bedeutet, als er zugeben mag. Und schließlich der „handsome hero“, dem allein es zu verdanken ist, dass am Ende alles gut wird.

Dies gepaart mit einer teilweisen Auflösung der aufgeworfenen Fragen, die einfach zu plötzlich kommt, schmälern den Lesegenuss erheblich.
Für Kinder und Jugendliche mag es wichtig sein, dass Rätsel sich ganz plötzlich auflösen, dass auf einer Seite noch alles gefährlich und geheimnisvoll ist, während auf der nächsten schon die (mehr oder minder logisch-harmlose) Lösung präsentiert und erklärt wird. Als Erwachsene jedoch kann ich sagen, hätten dem Buch hier gut hundert Seiten mehr gut getan, auf denen sich die Wahrheiten dann erst nach und nach hätten präsentieren können.

Auch hätte es mich gefreut, wenn ich den erhobenen Zeigefinger („Ihr Menschen habt die Natur zerstört...“) ein paar Mal weniger hätte lesen müssen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch für Jugendliche und Kinder, einer blühenden Phantasie entsprungen und detailreich umgesetzt. Allerdings mit stereotypen Figuren und einer platten Auflösung.
Dennoch geeignet für ein paar Stunden Lesevergnügen ohne höhere Ansprüche.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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