Donnerstag, 27. Januar 2011

Rezension: Alles für die Katz

Dieses Buch habe ich bei vorablesen gewonnen.

Informationen zum Buch:
Autor: Tom Cox
Seiten: 296 Seiten (Gebundene Ausgabe)
Verlag: List (Mai 2010)
ISBN 10: 3471350195
ISBN 13: 978-3471350195


Rezension:

Tom Cox mag Katzen. Nein, er liebt Katzen und er ist fest überzeugt, dass er auch von ihnen geliebt wird. Bis er dem Kater „The Bear“ begegnet und in ihm seinen Meister findet. Cox erzählt nicht von irgendeinem Leben mit Katzen, sondern von seinem Leben inmitten einer Schar pelziger Vierbeiner, die ihn allesamt schnell um den Finger wickeln mit ihren Eigenarten und Vorlieben. Und die dann auch mehr Macht über die getroffenen Entscheidungen haben, als ihr Besitzer sich eingestehen mag.

Die Aufmachung des Buches ist einfach niedlich und das Buch selbst hat ein handliches Format. Auch im Inneren wurde es sehr liebevoll gestaltet, Einschübe wie ein kleines Lexikon oder verschiedene Auflistungen lockern das Geschrieben immer wieder auf.
Gleichzeitig wirken diese Einschübe aber auch wahllos gesetzt, wie Lückenfüller.

Die Sprache, die der Autor benutzt, ist stark und deutlich, aber nicht so einfach und flüssig zu lesen, wie ich es mir gewünscht hätte. Man merkt, dass Tom Cox tatsächlich beruflich schreibt, allerdings nutzt er eine Sprache, die zwar nicht abgehoben oder schwierig im eigentlichen Sinne ist, aber mehr Konzentration benötigt, um verstanden zu werden, was zu einem höheren Zeitaufwand beim Lesen führt.

Inhaltlich.... ja hier wären wir beim eigentlichen Problem. Das ganze Buch steckt voller Liebe. Voller schöner und trauriger, nachdenklich stimmender oder einfach interessanter Anekdoten. Voller Erinnerungen und Hingabe. Aber beim Lesen kam dennoch häufig das Gefühl auf, nicht zu wissen, was der Autor dem Leser sagen will.
Zu unstrukturiert ist die Erzählung, zu sehr springt der Autor von Erinnerung zu Ereignis, folgt dem eigenen Gedankenfluss und Assoziationen, was es dem Leser erschwert, wirklich „hinterherzukommen“.
Auch durch die Tatsache, dass die Kapitel recht lang sind und nur selten von Absätzen unterbrochen werden, erschwert ein kurzweiliges Lesen sehr.

Je nachdem, wie wohlwollend man das Buch betrachten möchte, kann man eine Menge kleiner Dinge finden, die gut umgesetzt wurden oder beim Lesen gestört haben. Es ist ein Buch, das sich sicherlich eher Katzennarren kaufen werden und diese werden ihren Spaß beim Lesen haben. Man erkennt sich schon ein Stück weit selbst in den Erzählungen.

Gleichzeitig aber bleibt auch nichts zurück, wenn man das Buch zur Seite legt. Es ist sehr persönlich. Ein Denkmal für die Katzen des Autors.
Und netterweise lässt er uns über seine Schulter gucken, wenn er sich an sie erinnert.
Aber eine Geschichte im eigentlichen Sinne ist es nicht und das darf hier auch nicht erwartet werden.

Auf eine seltsame Art und Weise ist dieses Buch alles:
langatmig und kurzweilig, unstrukturiert und zielführend, anstrengend und schön, lustig und traurig.


Fazit:
Ein Buch, das von Liebe berichtet, ohne einem roten Faden zu folgen. Eine Sprache, die Zeit erfordert, ein Leben, das wie die Geschichte selbst nicht geradeaus verläuft. Wenig Handlung, viel Erzählung.
Und dennoch: Ein wunderschönes Denkmal für Katzen im Allgemeinen und diesen einen Kater im Besonderen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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