Samstag, 22. Januar 2011

Rezension: Gilde der Jäger 1: Engelskuss

Habe ich von einer Freundin ausgeliehen bekommen und mittlerweile bin ich etwas traurig, es nur geliehen zu haben. Es hat zwar nicht die beste Bewertung, aber da ich die Nachfolger auf jeden Fall lesen möchte, stellt sich schon wieder ein kleiner "haben wollen"-Reflex ein.


Informationen zum Buch:
Autor: Nalini Singh
Seiten: 432 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Lyx (Februar 2010)
ISBN 10: 3802582748
ISBN 13: 978-3802582745
 
Rezension
Elena ist eine Jägerin von Geburt an. Sie jagt und fängt Vampire und liefert sie ihren Herren, den Engeln aus. Und sie liebt ihren Job.
Bis sie einen Auftrag erhält von jemandem, dessen Name schon ausreicht, ihr Angst zu machen: Raphael, einer der Erzengel, fordert ihre Dienste an. Und er hat nicht vor, ihr irgendeine Wahl zu lassen...

Die Autorin erschafft hier eine Welt, in der direkt mehrere Fantasiewesen aufeinander treffen und das noch in ungewohnter Konstellation. So sind Vampire zwar, wie üblich, Blutsauger und den Menschen psychisch und physisch überlegen, aber sie sind nicht frei. Sie werden von Engeln auf Antrag erschaffen und müssen ihren Herren ein Jahrhundert lang dienen. Das ist eine Situation, die neu ist.
Und neue Ideen sind, zumindest solange es um Vampire geht, leider rar.
Umso schöner ist diese Geschichte geworden.

Der Stil der Autorin ist eingängig, man liest das Buch nur so weg. Die Figuren sind nicht perfekt, aber sympathisch. Einige der Kommentare haben mich zum Lachen gebracht, ohne dass der Humor gezwungen oder aufgesetzt gewesen wäre.
Es ist einfach eine schöne, leichte, lustige Lektüre, der durch die Story etwas mehr Tiefgang verliehen wird und die darüber hinaus noch mit Liebe und Action aufwarten kann.

Was also führt zu einem Punkteabzug?
Das Buch ist nicht glatt. Es ist nicht überall stimmig und einige Dinge werden zu stark betont.

Da entstehen beispielsweise große Löcher, durch die sich die Protagonistin nur zwei Zeilen später hindurch zwängen (!) muss.
Die Namen völlig fremder Personen sind auf einmal bekannt und Namen bereits bekannter Personen ändern sich. Von Ariel zu Arielle, nunja, das mag der Lautsprache entspringen. Aber von einer deutschen Übersetzung zurück zum englischen Namen, der dann für das restliche Buch beibehalten wird, das empfinde ich schon als groben Fehler.

Ständig wird darauf hingewiesen, dass sie als Jägerin, als geborene Jägerin, als Jägerin per Geburt gewisse Stärken und Schwächen oder Verhaltensmuster an den Tag legt. Ich denke, jeder Leser wird nach den ersten 5 Wiederholungen begriffen haben, dass sie Jägerin ist. Und das per Geburt. Und dass sie anders ist als normale Menschen. Muss man es ständig noch und noch und noch mal sagen?

Fast ebenso häufig wiederholt sich die Phrase des schmalen Grates. Auch hier scheint eine gewisse Einfallslosigkeit in der Beschreibung von Situationen durch, was das Lesevergnügen schon einschränkt, wenn scheinbar für alles im Zusammenhang mit Raphael Stehende so oft  dieser Ausdruck genutzt wird.

Ich verstehe, dass man seiner Protagonistin gerne besondere Fähigkeiten zuschreibt, gerade in solchen Romanen wie dieser einer ist. Dennoch finde ich es anstrengend, dass am Ende immer noch einer oben drauf gesetzt wird, etwas, was die Frau einzigartig macht. Hätte es nicht auch eine Stufe niedriger getan?

Auch empfand ich es als störend, dass die Figuren eine so interessante, sie verbindende Vergangenheit haben, die immer wieder angedeutet, aber nicht genauer beschrieben wird. So, als würde es sich nicht um den ersten, sondern um den zweiten oder dritten Band einer Reihe handeln. Man hat als Leser permanent das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben durch diese Andeutungen.
Auch wird Elenas Geheimnis so oft angerissen, aber nie aufgelöst, wobei man hier noch auf die Nachfolgebände hoffen darf.

Es lässt sich sagen, dass dieses Buch durch die Story, durch die gute Lesbarkeit und eingängige Sprache sehr viele Pluspunkte gesammelt und einen Teil durch die Wiederholungen und Namensfehler wieder verloren hat.

Dennoch bin ich sehr gespannt auf weitere Bände und werde diese auch sicherlich lesen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten (mit Tendenz nach oben)

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