Freitag, 21. Januar 2011

Rezension: Die Chroniken 01: Widerparte und Gefolge

Dieses Schmuckstück durfte ich Ende 2009 lesen - gewonnen habe ich es auf der Leser-Welt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.
Somit handelt es sich hier auch um eine meiner ersten Rezensionen (an dieser Stelle schwelge ich kurz in Erinnerungen)...

Informationen zum Buch:
Autor: Marc-Alastor E.-E.
Seiten: 228 Seiten (broschiert)
Verlag: Sieben Verlag (Oktober 2009)
ISBN 10: 3940235385
ISBN 13: 978-3940235381




Rezension:

Inhalt:
Auserwählte kämpfen gegen Drachen oder Dämonen, Reiter suchen ihr Heil nahe verschwundener Städte und müssen lernen, das Flüche wirklich heißen. Irrungen und Täuschungen begleiten die Krieger und Zwerge, die Lebenden und die Toten, die Götter und Drachen, die in den Geschichten dieser Sammlung auftauchen. Es handelt sich um Sagen vom Leben, vor allem aber vom Sterben, vom Wissen und Suchen und über allen schwebt der Geist des Drachen M`Zaarox, der Namensgeber des Epos.

Meinung:
Optisch erinnert mich das Buch stark an einen Reiseführer „Norwegen und nördliches Schweden“, was für einen positiven ersten Eindruck sorgte. Die alte Sprache, die der Autor verwendet, ist zunächst gewöhnungsbedürftig, bei näherer Betrachtung aber durchaus angemessen für den Inhalt der Geschichten, sie erzeugt eine ganz andere Atmosphäre und somit eine wesentlich dichtere Welt als es eine modernere Sprache vermocht hätte. Fasziniert hat mich der Aufbau des Buches, der die Geschichten in chronologischer Reihenfolge enthält, so dass der Leser einer sprachlichen Entwicklung beiwohnen kann. Darüber hinaus enden die Erzählungen häufig offen oder so kryptisch, dass ein großer Interpretationsraum über das „Warum“ bestehen bleibt, etwas, worüber man auch nach dem Lesen noch nachdenken kann. Interessant ist es allemal, eine Aneinanderreihung von auf den ersten Blick voneinander völlig unabhängigen Geschichten in den Händen zu halten, bei der sich erst im Nachhinein der Zusammenhang der Erzählungen untereinander offenbart. Dieses Buch ist mehr als nur eine Sammlung von Kurzgeschichten, dieses Buch ist zu Recht eine besondere Ausgabe zum Jubiläum des Geisterdrachenepos und eine würde Zusammenfassung dieser Welt.

Kritik:
Meine Kritikpunkte beziehen sich nicht auf den Inhalt des Buches, denn meiner Meinung nach weiß man, wenn man sich auf Dark Fantasy einlässt, dass nicht unbedingt ein Happy End zu erwarten ist. Daher kann ich keinen Punktabzug für Brutalitäten oder düstere Welten geben.
Allerdings haben mich doch einige Dinge sehr gestört am Buch. Zunächst die Aufteilung der Anhänge: Es handelt sich um Geschichten, die in einer in epischer Breite detailreich erdachten fremden Welt spielen. Für jemanden, der sich sicher in dieser Welt mit allen ihren Rassen und Ausdrücken bewegt, sind die Anhänge eine nette Zugabe, ein schöner Überblick. Jemand wie ich, der zum ersten Mal mit diesen Geschichten konfrontiert wird, ist zunächst verwirrt, weiß mit den Namen und Rassen nichts anzufangen.
Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn ein Glossar bereits im ersten Teil der Chroniken angehängt gewesen wäre, da dieser von Unwissenden wie mir sicherlich eher gekauft wird als dass ein Einstieg mit dem zweiten Teil begonnen wird. Eine Aufklärung über die Begrifflichkeiten sollte daher eher im ersten Buch eingefügt werden, für einen besseren Überblick. Die im ersten Buch befindliche Übersicht über die Geschichte und Beziehungen der Gottheiten untereinander mag interessant sein, hat aber für das Verständnis der Inhalte wenig beigetragen, so dass diese vielleicht im zweiten Buch als Zugabe besser aufgehoben gewesen wäre.

Als ich den Preis des Buches und die Seitenzahl gesehen habe, habe ich erstmal geschluckt. So wenig Buch für soviel Geld. Allerdings muss ich hier positiv anmerken: Von den 228 Seiten hat man sehr viel mehr, als man zu Anfang glaubt. Der Preis ist (abgesehen davon, dass er sicherlich anhand des Aufwandes gerechtfertigt ist) völlig in Ordnung.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft die Fehlerdichte in diesem Buch. Sicherlich habe ich hier einen anderen Anspruch als viele andere Menschen, denn mir fallen Rechtschreib-/Grammatikfehler auch beim ersten, schnellen Lesen auf. Allerdings habe ich selten ein Buch in der Hand gehabt, in dem sich so viele Fehler getummelt haben. Mich hat das beim Lesen enorm gestört, weswegen ich statt der ursprünglichen 4 doch nur 3 Punkte geben kann.

Fazit:
Ein wunderbares, episches Buch, geschrieben in einer alten, fast antik wirkenden Sprache. Eine Anthologie, die die Bezeichnung „Dark Fantasy“ wirklich verdient.
Geschichten, die jede für sich stehen kann, bei denen aber alle gemeinsam ein großes Ganzes ergeben.
Ein Buch, an dem sicherlich nicht nur eingefleischte Fans ihre Freude haben können, das letztendlich aber Abzüge in der B-Note hinnehmen muss.


Bewertung: 3 von 5 Punkten

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