Montag, 24. Januar 2011

Rezension: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Dieses Buch habe ich auf über den lovelybooks-Blog gewonnen.

Informationen zum Buch:
Titel: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner
Autor: Stephenie Meyer
Seiten: 208 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen (Juni 2010)
ISBN 10: 3551582009
ISBN 13: 978-3551582003



Rezension

Inhalt:
Bree ist ein Vampir. Eine Neugeborene, verwandelt gerade vor drei Monaten und noch sehr viel stärker als ältere Exemplare ihrer Art. Sie lebt in einem Clan, der nur aus so jungen Vampiren besteht, wie sie einer ist, und dessen einziger Zweck darin besteht, ihren Kraftvorteil zu nutzen, um eine einzige Schlacht zu schlagen, einen einzigen anderen Zusammenschluss von ihresgleichen auszulöschen: Die Familie Cullen und Bella Swan.

Eindruck:
Bree ist den Lesern der anderen Bis(s)-Bücher keine Unbekannte, war sie doch die einzige Neugeborene der von Victoria geschaffenen Armee, die sich ergab, die einzige, die nicht in der Schlacht, sondern später trotz ihres einsichtigen Verhaltens von den Volturi getötet wurde.
Dementsprechend ist dem Leser auch der Ausgang dieser Geschichte bereits bekannt.

Nun fragt man sich: Warum liest man ein Buch, das sich „nur“ mit einem unscheinbaren Nebencharakter der Erfolgssaga beschäftigt? Ein Buch, dessen sich Inhalt kaum über mehr als wenige Tage oder Wochen erstrecken kann in Anbetracht von Brees Alter und dessen Ende darüber hinaus bereits bekannt ist?

Ganz einfach:
Der Autorin gelingt hier wie in den Vorgängerbüchern auch, das Kunststück, eine Story ohne große emotionale Tiefen, oberflächliche Figuren und eine nicht ganz ausgereifte Sprache zu einer Geschichte zu verweben, die trotz allem so eingängig ist, dass man das Buch erst aus der Hand legt, wenn man damit fertig ist.

Wieder einmal ein Buch also, das Lesevergnügen und kurzweilige Unterhaltung verspricht und auch halten kann und einen dabei wieder in die Welt von Edward und Bella entführt – auch wenn beide  nur am Rande auftauchen.


Figuren:
Stephenie Meyer ist ja ohnehin keine Meisterin der Figurenbeschreibung, aber hier hat sie sich selbst untertroffen. Was man über Bree erfährt, tendiert gegen Null. Man greift fast automatisch zu dem, was man in der Verfilmung des dritten Teils gesehen hat, um sich überhaupt ein Bild von ihr schaffen zu können. Mag sein, dass das gewollt ist, weil beim Schreiben die Verfilmung schon anlief, die Rolle aber noch nicht besetzt war, mag aber auch sein, dass es einfach „nicht so wichtig“ war.
Brees Gedankenwelt ist einfach gehalten, ebenso ihre Emotionen, was gerade vor dem Hintergrund dessen überrascht, was im vierten Band der Reihe über die Leidenschaft der Vampire berichtet wurde. Zumal sie Diego gegenüber ja Gefühle hegt, was allerdings auch nur grob angerissen wird.

Auch über die anderen Clanmitglieder erfährt man so gut wie nichts. Man kann sie sich nicht vorstellen, baut sich eigene Bilder, oder eben gar keine. Insgesamt bleiben die Charaktere farblos und können den Leser nicht wirklich in ihren Bann ziehen.

Kritik:
Dieses Buch war nach Aussage der Autorin ursprünglich eine Kurzgeschichte und das merkt man seinem Aufbau auch an, was schade ist.
Das ganze Buch ist ein einziger Fließtext – keine Kapitel, keine Absätze, nichts, was die Geschichte optisch auflockert.
Gerade wenn sich Sprünge in der Handlung ergeben, hätte zumindest ein Absatz dem Ganzen nur gut getan, aber selbst hierauf wurde verzichtet.

Außerdem empfinde ich es als reichlich ungeschickt, eine Geschichte aus der Perspektive von jemandem  zu erzählen, der unweigerlich am Ende des Buches sterben wird und dann auch noch in Vergangenheitsform.
Warum?
„Ich ging, ...sah...sagte...“ Ich erinnere mich also daran, das getan zu haben.
Aber man kann sich nur schlecht daran erinnern, dass man gestorben ist.
Einfach stilistisch unglücklich.

Insgesamt fehlte mir im Buch die groß angekündigte Leidenschaft, die Liebe zwischen Bree und Diego. Hierfür war die Beziehung zwischen beiden zu seicht, es wurde zu wenig eingegangen auf ihre Emotionen, wobei sich doch gerade die Ich-Perspektive anbietet, um Gefühle weiterzugeben. Das hat die Autorin aber leider verpasst.

Auch die im Vorwort verkündete Absicht, die dunkle Seite der Vampire, den Blutdurst und die Gewalt, beleuchten zu wollen, schlägt grandios fehl. Es wird darauf verzichtet, auf mögliche Grausamkeiten oder Konfliktpunkte näher einzugehen, Tod und Sterben werden nur am Rande erwähnt und auch eher im Schnelldurchlauf beschrieben, als wäre es der Autorin nun doch unangenehm gewesen, einen Blick auf die andere Seite zu werfen.

Insgesamt plätschert die Geschichte nur mehr vor sich hin, am Ende wartet man gerade zu auf den Kampf und somit auf Brees Tod und das Ende des Buches, nur um nochmal von den Cullens zu lesen und somit dieser Geschichte eine gewisse Daseinsberechtigung zuschreiben zu können.

Fazit:
Ein leicht  zu lesendes Buch ohne tieferen Inhalt, ohne große Gefühle. Eines, das Fans gefallen dürfte, um ihre Sammlung zu vervollständigen, von dem zu lesen ich aber allen anderen abraten würde.

Bewertung: 1 von 5 Punkten

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