Mittwoch, 16. April 2014

Rezension: Die große Wildnis

Ein Buch mit einem Scherenschnittcover sieht ja immer irgendwie nach Märchen aus, oder nicht? Und irgendwie ist das Ganze auch ein modernes Märchen, dennoch hatte ich was anderes erwartet.

Informationen zum Buch
Autor: Piers Torday
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: cbj (18. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570157962
ISBN-13: 978-3570157961

Rezension:
Kester hat es nicht leicht. Abgeschoben in ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche ist er ein Außenseiter, der verlernt hat zu sprechen. In einer Welt, in der es außer Insekten keine Tiere mehr gibt, da die Rote Pest sie alle getötet hat, hat er keine Freunde. Bis ihn eines Tages doch jemand verstehen kann…

Die große Wildnis ist ein Buch für jüngere Leser geeignet, was auch durch Wortwahl und den erst 12jährigen Protagonisten unterstrichen wird.
Der Inhalt ist es jedoch nicht unbedingt, wie ich finde. Es geht um Tod und Sterben, um eine Seuche, die Menschen und Tiere dahin gerafft hat. Immer wieder erfährt Kester das Leid anderer Lebewesen, sie werden getötet oder haben Unfälle.
Auch wenn dieses Leiden und Sterben nicht wie in anderen Büchern unerträglich ausgeschlachtet und in blutigen Details erzählt wird, so passiert es ja trotzdem. Ob das eigene Kind das schon verträgt, sollten die Eltern vorher klären.

Die Geschichte an sich ist ganz offensichtlich ein Auftakt zu einer Reihe, in wiefern sie sich weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten. In diesem ersten Band wirkt zumindest das Setting sehr durchdacht und stimmig, lediglich zum Ende wird die Handlung dann doch zu sehr voran getrieben.

Der Stil ist einfach, damit aber gut verständlich auch für jüngere Leser, dabei aber nicht langweilig oder flach.
Die Tatsache, dass Kester mit Menschen nicht sprechen kann, wurde durch kursive Schrift umgesetzt, das ist manchmal etwas anstrengend, aber grundsätzlich in Ordnung.

Die Figuren sind für so eine Geschichte gut ausgearbeitet, etwas mehr Tiefe hätte ich als erwachsener Leser schön gefunden, ich glaube aber, für die Altersgruppe für die das Buch geschrieben wurde, ist das ziemlich egal.

Insgesamt ein nettes Jugendbuch, das in einer düsteren Welt spielt und in dem viel Tod und Sterben vorkommt, so dass es besser von den Eltern vorher einmal überprüft werden sollte. Mir persönlich war es ein klein wenig zu viel Endlichkeit, aber ich bin da auch kein Maßstab. Der Stil ist kindgerecht, dabei aber nicht langweilig und die Aufmachung ist gut gelungen. Man darf auf die Entwicklung der Geschichte nach diesem Band gespannt sein.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 14. April 2014

Rezension: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Ein Buch über eine Buchhandlung? Klingt perfekt... oder?

Informationen zum Buch
Autor: Robin Sloan
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (3. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896674803
ISBN-13: 978-3896674807



Rezension:
Clay ist dringend auf der Suche nach einem Job, als er das Angebot erhält, für den reichlich seltsamen Mr. Peenumbra in dessen permanent geöffneter Buchhandlung zu arbeiten. Clay betreut die Nachtschicht und nicht nur, dass sich eher selten normale Menschen in den Laden verirren, nein, dafür kommen um so häufiger eher ungewöhnliche Gäste vorbei, deren Treiben er dann auch noch ganz genau beschreiben soll. Ein seltsamer Laden mit seltsamen Kunden und einem riesigen Geheimnis, auf dessen Spuren sich Clay nur allzu bald heftet.

Fangen wir mit der Idee an: Eine kauzige Buchhandlung, die ein uraltes Geheimnis verbirgt, das zu lösen sich einige wackere Leser zum Ziel gesetzt haben.
Super!
Ein junger Programmierer, der eher durch Zufall dem Rätsel auf die Spur kommt und dann seine Energie darauf verwendet, es mit Hilfe moderner Technik zu lösen.
Immer noch gut.
Google als fast allmächtiger Heilsbringer und Retter in der Not?
Nääääää.

Im Ernst. Das Buch lebt von der Literatur. Die Figuren sind größtenteils sehr flach, das beginnt bei Clays Mitbewohnern und endet bei seiner Freundin, die zwar eine größere Rolle spielt, aber immer irgendwie unnahbar und langweilig bleibt. Sie ist einem egal.
Die einzig interessanten Personen sind Clay und Mr. Penumbra selber, vielleicht noch deren Gegenspieler.
Aber der Rest ist farblos bis unsympathisch.
Die Charaktere können das Buch also nicht retten. Die Beschreibung der Buchhandlung ist interessant, man kann sie sich gut vorstellen und sie scheint ein Wunderland zu sein.
Schwieriger fiel es mir, die Grafiken vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und auch Googles Welt wollte so gar nicht richtig lebendig werden.

Überhaupt wird man als Leser viel zu lange gezwungen, sich Google als allwissenden Freund präsentieren zu lassen.

Die eigentliche Lösung wird dann am Ende sehr, sehr simpel dargestellt und ist zwar analog, aber dennoch ziemlich übers Knie gebrochen.

Es bleibt dabei, dass die Idee grundsätzlich eine sehr gute ist, der Spanungsbogen aber nicht stimmt, die Figuren größtenteils die Geschichte nicht tragen können und mir zu viel von Google erzählt wird.
Lieber wäre es mir gewesen, wenn man mehr über das Geheimnis an sich erfahren hätte, anstatt dass ein Computerprogramm einfach die ersten Schritte ausspuckt. Dass Clay von allein, „per Hand“ die Lösung gesucht und gefunden hätte und man mit ihm hätte rätseln können (ich beziehe mich hierbei auf die Lösungen, die durch den Computer vorgegeben wurden).

Da wurde ganz viel Potential verschenkt.

Insgesamt immer noch ein interessantes Buch, das meine Erwartungen aber leider enttäuscht hat.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Rezension: Dekoideen für Weihnachten

Ok, Weihnachten ist noch ein Weilchen hin. Aber die Ideen für die Deko sammelt man ja meistens nicht erst einen Tag vor Heilig Abend, daher passt es dann doch wieder...

Informationen zum Buch
Autor: Anja Schütz, Ilka Schulzki
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; Auflage: 4 (7. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833835931
ISBN-13: 978-3833835933


Rezension:
 Ich liebe Weihnachten! Ich liebe weihnachtlich dekorierte Räume und ich mag neue Ideen. Da ich kreativ aber eine ziemliche Nulpe bin, freue ich mich immer, wenn andere ihre Ideen mit mir teilen.
Und dann soll das ganze auch noch einfach umzusetzen sein? Perfekt!

Das Buch ist rein äußerlich toll aufgemacht, hochwertig und griffig, ein fester Einband, ein hübsches Bild auf dem Cover. Super!
Und dann schlägt man es auf und denkt „Och nöööö“
Der Satz „nicht schön, aber selten“ trifft es leider bei vielen dieser Ideen.
Da werden Kiefernnadeln als Hütchen auf Tannenzapfen gesetzt. Anspruch gleich null, man kann es also mit kleinen Kindern nachbasteln, aber hübsch ist anders. Im Ernst, wer dekoriert sowas?
Andere Vorschläge erinnern auf gruselige Weise an Voodoo oder Blair Witch Project.
Aber Schönheit liegt im Auge des Betrachters und wer nur eine Ergänzung zu einem (in diesem Buch nicht näher beschriebenen) großen Ganzen, also einem ohnehin gut dekorierten Haus sucht, der wird vielleicht fündig.

Es sind viele wirklich, wirklich einfache Ideen dabei, die Materialien wiederholen sich ständig, man kann also das meiste aus recht wenigen Dingen zusammen basteln.
Schade finde ich, dass es relativ viele Dekorationsideen mit Kerzen gibt. Sicher, von denen ohne sind dann leider viele irgendwie gruselig oder doch sehr einfach.
Wer also keine Kerzen abbrennen möchte oder kann (kleine Kinder, Haustiere), der findet hier schon nicht mehr so viel.
Klar, Kerzen gehören zu Weihnachten, aber wenn man zum x-ten Mal die Dekoration eines Kerzenglases beschrieben sieht… nunja. Der Knaller ist dann ein Kranz, auf dem die Kerzen sogar in Muffinformen aus Papier stehen mit dem lapidaren Hinweis am Ende der Beschreibung, wer sich Sorgen macht, könne ja Glasteelichthalter verwenden.
Öhm, wer macht sich bei sowas denn KEINE Sorgen?

Ansonsten ist da von niedlich bis kitschig, von rustikal bis elegant alles dabei, sogar Rezepte für Gewürzmuffin oder Glühweinsirup finden sich.
Und die haben das Buch aus meiner Sicht dann auch gerettet, denn über Sinn oder Unsinn von bestimmten Dekoideen lässt sich sicherlich streiten, aber ein Buch über Dekoration ist meiner Meinung nach dann hilfreich, wenn es verschiedenen Ansprüchen genügt und genug verschiedene Ideen aufweist, dass unterschiedliche Menschen dort zumindest ein wenig brauchbare Anregungen finden.

Schön wäre es gewesen, wenn man den Anspruch, der vermittelt werden soll, nochmal überdacht hat. Sicherlich ist nicht jeder so geschickt und kann aus der eigenen Wohnung ein Winterwunderland erschaffen, aber viele der hier vorgestellten Ideen sind so einfach, dass sie gut mit noch sehr kleinen Kindern umgesetzt werden können. Wenn man diesen Anspruch deutlich gemacht hätte, vielleicht durch einen Zusatz auf dem Cover o.ä., dann wäre sicherlich der eine oder andere Leser mit einer anderen Erwartungshaltung heran gegangen.

Unterm Strich ein Buch mit wirklich einfachen Ideen. Einige sehen toll aus, über andere schweigen wir lieber. Trotz der Häufung von Ideen für die Füllung von Kerzengläsern sind doch einige gute Anregungen dabei.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Dienstag, 8. April 2014

Rezension: Das Falsche in mir

Und wieder eines der Bücher, die total Spannend klingen und mindestens ein paar abgenagte Fingernägel versprechen und dann irgendwie doch nichts davon einhalten...

Informationen zum Buch
Autor: Christa Bernuth
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: EA, (1. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423249927
ISBN-13: 978-3423249928


Rezension:Vor vielen Jahren hat Lukas einen Fehler gemacht. Er hat seinen dunkelsten Trieben nachgegeben und seine Freundin ermordet. Er gesteht die Tat und sitzt seine Strafe ab, danach beginnt er ein neues Leben. Er heiratet, bekommt Kinder und niemand ahnt etwas von der schwarzen Seite seiner Seele, die sich bisweilen wieder an die Oberfläche kämpfen will.
Doch dann geschieht ein Mord, genau nach dem Muster, nach dem Lukas damals getötet hat. Wieder ist das Opfer ein junges Mädchen. Und Lukas kann sich nicht an die Tatnacht erinnern…

Die Idee ist prinzipiell gut. Ein Mörder kämpft gegen seine Triebe, zeigt, dass man gut sein kann, wenn man gut sein will, auch wenn es hart ist. Und dann bricht die Welt um ihn herum auseinander und er versucht, seine Unschuld zu beweisen, obwohl ein kleiner Teil von ihm selbst nicht sicher sein kann, damit im Recht zu sein.
Ja, die Idee ist spannend. Ob man sich der Story aussetzen will, da es um die grausamen Morde an jungen Mädchen geht, muss jeder selber wissen, so ganz ohne ist es definitiv nicht, das geht einem schon sehr nahe.
Jedoch auch nur, wegen der Sache an sich.

Lukas, mit dem man mitfühlen möchte, weil er sich doch so heldenhaft gegen das stemmt, was in ihm ist, bleibt leider total unsympathisch. Obwohl, nein, das trifft es auch nicht ganz. Er bleibt langweilig. Es ist einem als Leser schlicht egal, ob er am Ende Gerechtigkeit erfährt oder nicht. Und das sollte bei einem Buch, bei dem es so um die innere Zerrissenheit des Protagonisten geht, nun wirklich nicht sein.

Die anderen Figuren bleiben ebenso blass und unnahbar, zu keiner kann man eine emotionale Bindung aufbauen. Dementsprechend plätschert die Geschichte einfach so vor sich hin, bis der Plot sich am Ende in einem absolut unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Finale entlädt. Der letzte Teil des Buches ist einfach zu überladen, da musste hier noch ein Handlungsstrang mit jenem verknüpft werden und noch etwas Drama dort vertreut werden und ein paar Tränen hier. Und nur, damit bloß keine nicht losen Fäden mehr übrig bleiben.
Meiner Meinung nach hätte das Geschehen zum Schluss hin deutlich schlanker und übersichtlicher gestaltet werden können und es hätten ein paar Geheimnisse und dunkle Machenschaften weggelassen werden können, denn so wirkt es einfach gewollt und auf unangenehme Weise konstruiert.

Insgesamt ein Buch mit einer interessanten Grundidee, einem guten Menschen dabei zuzusehen, wie er versucht, genau das zu bleiben: Gut. Durch die blassen Figuren und das überladene Ende aber insgesamt nicht überzeugend.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Montag, 7. April 2014

Rezension: Mehr als das

Wow, das Cover sieht doch schon ansprechend aus, oder nicht? Ein dem Leser zugewandter Hinterkopf, dann dazu der Klappentext und *zack* ich war neugierig...

Titel: Mehr als das
Autor: Patrick Ness
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbt (24. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570162737
ISBN-13: 978-3570162736


Rezension:
Seth kämpft in den eisigen Fluten des Ozeans um sein Leben, doch die Wellen und die Kälte sind stärker als er. Seth stirbt.
Und dann wacht er auf. In einer Umgebung, die seltsam bekannt, aber gleichzeitig ganz anders ist und in der mehr Gefahren lauern, als er sich vorstellen kann.

Der Stil von Patrick Ness ist klar und einfach, man kann Seth in seiner Gedankenwelt und vor allem auch seinen Träumen immer gut folgen. Besonders die Träume, die aufgewühlten Emotionen sind fast greifbar beschrieben, wohingegen der allgegenwärtige Zustand Seths eher etwas blass bleibt.

Überhaupt ist die Handlung der Teil des Buches, der greifbarer ist und die Figuren sind diejenigen, die man sich kaum vorstellen kann. Sicherlich sind Äußerlichkeiten belanglos in der beschriebenen Situation, aber ich als Leser habe gerne ein Bild vor Augen und das konnte ich mir bei den dürftigen Beschreibungen kaum machen. Die Charakterzüge sind besser ausgearbeitet, aber immer noch nicht fesselnd und stark, so dass man als Leser ziemlich unberührt bleibt.

Die Handlung ist in Ordnung, auch wenn mir der Schluss gar nicht gefallen mag. Der Mittelteil ist ziemlich verworren, aber noch immer nachvollziehbar. Die Idee ist gut und auch verständlich und einigermaßen logisch erklärt (wobei es dann bei den Details hapert, aber der Gedanke zählt), nur das Ende…
Nicht falsch verstehen, es geht mir nicht um die Art, wie das Buch endet, damit kann ich umgehen. Aber ein oder zwei Seiten, nur 60 Sekunden weiter in die Zukunft gegriffen, DAS hätte ich mir gewünscht. So, wie es aber tatsächlich aufhört, ist es ziemlich unbefriedigend.

Unterm Strich eine gute Idee, handwerklich gut umgesetzt, aber in weiten Teilen fehlen die Sympathien der Figuren. Die Träume und Erinnerungen sind die einzigen wirklich erlebbaren, mitreißenden, glaubhaften Emotionen, da wurde leider viel Potential nicht genutzt.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Mittwoch, 2. April 2014

Sprache und Kommunikation

Kinners, wie die Zeit vergeht!
Nur kurz mal ein paar Tage nicht auf den Blog geschaut, weil beruflich ziemlich eingebunden und schon sind drei Monate (!) vergangen seit dem letzten Beitrag.

Das geht ja nun wirklich nicht.
Daher möchte ich heute etwas anderes mit euch teilen.

Diese Woche war ich auf einem Seminar und hatte an einem Vormittag noch ein paar Stunden Zeit und die habe ich im Wortreich verbracht.

Mal ganz davon abgesehen, dass der Name ja schon passend ist, dreht sich die ganze Ausstellung um  Sprache und Kommunikation.
Das beinhaltet jetzt nicht nur Wörter an sich, sondern auch Körpersprache, elektronische Kommunikationsmedien, Geheimcodes und vieles, vieles mehr.

Netterweise hat mich ein Kollege begleitet, so dass wir viele der über 90 (!) Ausprobierstationen auch tatschlich nutzen konnten. Für einiges jedoch wären sogar noch mehr Personen nötig gewesen, was dann etwas schade war.

Da es recht leer war, hat sich die Mitarbeiterin dort bemüßigt gefühlt, uns immer wieder zu erklären, was man wo spielen oder ausprobieren kann. Total nett gemeint, aber ich persönlich fühle mich gehemmt, wenn ich dann vor Wildfremden eine ausgedachte Melodie singen soll, damit das dann aufgezeichnet und abgemischt werden kann... nunja.

Wir hatten trotzdem unseren Spaß. 
Aber was genau gibt es nun eigentlich zu sehen?

Da stehen zum Beispiels Spielzeugküchen, bei denen auf Schubladen und Fächern Abkürzungen aufgedruckt sind, deren Sinn man dann wissen oder raten und durch einen Blick hinter die Klappe oder in die Schublade überprüfen kann.
Da gibt es Stationen, an denen Theater gespielt oder ein Hörspiel aufgenommen werden kann.

Ratespiele, in denen in den unterschiedlichsten Sprachen oder Dialektenein Satz gesagt wird und man muss durch einen Sprung auf die auf dem Boden aufgemalte Karte bestimmen, aus welcher Region oder aus welchem Land der Sprecher kommt.

Gerade die Deutschlandkarte mit den unterschiedlichen Dialekten ist da ziemlich lustig gewesen.
Es gibt Bereiche, in denen Geheimcodes erklärt und ausprobiert werden können oder in denen man in Spiegelschrift schreibt.

Es gibt einen Bereich zur Natur, in der Tiergeräuschmemorie gespielt oder ein Weg eines Käfers anhand von Gerüchen nachverfolgt werden kann, denn auch das ist Kommunikation.


Immer wieder sind Touchscreens aufgebaut, mit denen man kleine Spiele gegeneinander oder in Gruppen spielen kann, von Flaggenraten bis zu einer Unterhaltung in einer fremden  Sprache.
Aber man darf auch ganz aktiv werden und mit einander zugeworfenen Bällen Worte bilden oder ein Entspannungsduell gegeneinander spielen.

Besonders schön aber fand ich die Musikabteilung.
Eine Kammer war dort, die die Bewegungen des darin Tanzenden in Musik und Bilder umgesetzt hat. Und es gab einen Kreis von Klangstäben, die je nachdem, welche beiden man berührrt hat, die unterschiedlichsten Geräusche wiedergegeben haben.

Kurz gesagt, es war wirklich eine total interessante Ausstellung, die die unterschiedlichsten Bereiche von Kommunikation beleuchtet hat und auch wenn der Eintritt nicht ganz günstig ist, kann man jedem, der nach Bad Hersfeld fährt (ja, ich habe dem goldenen A gewunken) nur empfehlen, dort einmal vorbei zu schauen.

Fotos sind leider in der Ausstellung nicht erlaubt, daher müsst ihr mit den Fotos vom Flyer auskommen, aber immerhin...
Oh und natürlich gibt es noch eine ganz wichtige Sache: Eine Röhrenpost !!! (Hallo, Spencer!)

Dienstag, 7. Januar 2014

Rezension: Blitzschnell kochen

Und hier dann auch gleich die zweite Rezension für ein Reziexxemplar vom Cora-Verlag. Nochmals vielen, lieben Dank! Das hat mir in meiner "ich hab doch keine Zeit"-Küche schon einiges an Abwechslung beschert!

Julia präsentiert: Blitzschnell kochen von Dr. Oetker
160 Seiten
Verlag: Cora
Sprache: Deutsch 


Rezension:
Kochen muss schnell gehen. Und schmecken. Für lange Vorbereitungen habe ich keine Zeit und zugegebenermaßen meistens auch einfach keine Lust. Gut, dass ich damit nicht die Einzige bin, denn eine gewisse Menge solcher Kochmuffel lässt einen Markt für Rezeptesammlungen wie diese entstehen.

Es gibt Rezepte für Suppen, Fleisch, Salate, Fisch, Aufläufe und vegetarische Gerichte, es ist also wirklich für jeden etwas dabei.
Die einzelnen Kategorien sind nicht im Buch nochmal explizit abgetrennt, sondern unterscheiden sich nach Farben der Überschriften. Jedes Rezept hat dabei noch einen kleinen, passenden Untertitel erhalten. Auf der einen Seite gibt es dann jeweils große Farbbilder von den fertigen Rezepten, welche einem durchgehend das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die andere Seite enthält dann eine Übersicht über die Zugebreitungszeit, die Zutaten und Nährstoffe sowie das Rezept selbst.
Außerdem sind immer wieder Tipps eingestreut, die nicht so versierten Köchen das Leben erleichtern.  Außerdem gibt es Hinweise, welche Beilage passend wäre.

Die Rezepte sind alle recht einfach gehalten, so dass sogar ich sie mir zutraue und die Übersicht über Zubereitungs- und Garzeit ist wirklich enorm hilfreich, wenn man so wie ich einfach nicht lange in der Küche sehen mag.

Die Kreativität der enthaltenen Rezepte ist durchaus gut, da sind einige sehr leckere Ideen dabei, auf die ich alleine niemals gekommen wäre.

Insgesamt eine wunderbare rezeptsammlung, die sogar mir Lust aufs Kochen macht und die die unterschiedlichsten Gerichte aufzeigt.
Lieblingsrezept: Grüner Salat mit geräucherter Forelle

Bewertung: 5 von 5 Punkten (mit Sternchen, diese Rezeptesammlung ist wirklich super!)

Rezension: Die besten Schokoladenkuchen

Das letzte Jahr hat für mich sehr gut aufgehört, denn der Cora-Verlag hat angefragt, ob ich Veröffentlichungen aus ihrem Programm rezensieren möchte.
Natürlich möchte ich! Vor allem, weil das Programm wirklich breit aufgestellt ist und da im Prinzip für jede Lebenslage etwas dabei ist.

Dies ist dann auch gleich das erste Rezensionsexemplar des Cora-Verlages.
Vielen, vielen Dank!


Rezension:
Ich liebe Schokolade und ich liebe es zu backen, was liegt da näher, als ein Buch über Schokoladenkuchen? Und die besten überhaupt sollen es dann sogar noch sein. Wow!

Wenn man das Buch aufschlägt, springen einem förmlich die vielen tollen Fotos entgegen, auf denen man die verschiedenen Kucken und Torten bewundern kann. Was ich hieran sehr sympathisch finde: Die Kuchen gab es tatsächlich. Man sieht, dass jemand dieses Stück Kuchen so gebacken und angerichtet hat. Die Fotos sehen toll aus, aber sie haben auch diese kleinen Dinge, an denen man merkt, dass es eben kein aufgehübschtes, realitätsfernes Bild ist: Es liegen Krümel vom Aufschneiden neben dem Kuchenstück oder es ist mal etwas Deko heruntergefallen.
Ich persönlich mag das, es macht alles irgendwie echter.

Die Rezepte sind in die Kategorien Torten, Kuchen/Tartes, Blechkuchen und Köstlichkeiten sortiert, wobei sich hinter letzterem dann zum Beispiel Muffins und Hörnchen verbergen.
Die Rezepte sind einfach geschrieben und setzen wenig Kenntnisse voraus, es kann sich also jeder an sie heran wagen.
Neben einer genauen Aufstellung aller Zutaten findet man auch eine Übersicht über Zahl der Portionen, Zubereitungszeit und Nährwerte.
Letzteres ist sicher für enorm viele Leser total wichtig, bei mir gehört es eher zu den Dingen, die ich nicht so gerne wissen möchte.
Kuchen ist ein Genussmittel.
Das das nicht gesund ist und gefühlte Millionen Kalorien versteckt, weiß man, aber man möchte es nicht schwarz auf weiß sehen. Also, ich zumindest nicht.

Aber da ist im Prinzip nur eine Kleinigkeit, denn das Rezeptebuch enthält so viele tolle Ideen und Vorschläge, dass man sich daran eine lange Zeit erfreuen kann.

Insgesamt eine tolle und mit schönen, lebensechten Fotos ausgestattete, sehr umfangreiche Sammlung von lauter Schokoladenrezepten, die so gut aufgearbeitet sind, dass sie vermutlich jeder erfolgreich nachbacken kann. Mir gefälllts!

Bewertung. 5 von 5 Punkten

Montag, 9. Dezember 2013

Rezension: Spiel der Angst

Seit ich den ersten Band "Spiel des Lebens" gelesen habe, wartete ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Ich war einfach viel zu neugierig... Dieses Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag Egmont INK zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank!


Spiel der Angst  (Veit Etzold)
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (14. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863960491
ISBN-13: 978-3863960490

Rezension:
Emily und Ryan leben seit fast einem Jahr in New York, sind endlich angekommen und genießen das Leben in vollen Zügen. Die Schrecken des vergangenen Jahres sind fast vergessen, nur selten blitzt noch eine Erinnerung an den Psychopathen durch, der sie auf so grausame Art durch London gejagt hat. Doch dann passieren Dinge, die Emily daran zweifeln lassen, dass Jonathan damals wirklich gestorben ist und die Angst beginnt von Neuem…

Fortsetzungen haben es oftmals schwer, an den erfolgreichen ersten Band anzuknüpfen. So auch hier. Im Spiel des Lebens war für den Leser das ganze Konzept noch neu und unverbraucht. Spannend zu lesen und man hat die ganze Zeit mitgefiebert.
In Band zwei kennt man das alles schon. Man kennt die Vorgehensweise von Jonathan und man kennt die Regeln des Spieles. Und man erahnt schon im Vorwege, was am Ende des Buches geschieht.

Spannend ist es trotzdem, weil man in diesem Band unheimlich viel über New York lernt und das Gefühl hat, einiges aus der Lektüre mitnehmen zu können. Leider haben meines Erachtens die Rätsel in der Qualität nachgelassen, so dass es weniger Spaß macht, mitzuraten.

Abgesehen davon haben die Figuren wenig Entwicklung gezeigt. Klar, Emily und Ryan sind sich einander sicher. Sie leben ihre Beziehung aus und das ist wirklich schön mitanzusehen. Aber ihre Charaktere sind wenig gewachsen und man kann sich nicht mehr wirklich in sie hinein versetzen, irgendwie war das für mich ziemlich emotionslos und das sollte gerade bei so einem Thema eher nicht passieren.

Die Geschichte an sich ist sehr gut zu lesen, was vor allem dem schnellen und flüssigen Schreibstil zu verdanken ist. Der Handlungsbogen lässt wie bereits oben geschrieben zu wünschen übrig, verliert einfach viel seiner Kraft, weil man das Prinzip schon kennt.
Einige logische Dinge haben mir dann echt das Lesevergnügen vermiest.
Sicher, die Jagd ist rasant und Zeitdruck ist ein ganz wichtiger Faktor. Dass die Protagonisten sich dann wirklich beeilen müssen, ist verständlich. Wenn dann aber innerhalb von zwei Minuten nach dem Stellen einer Aufgabe schon die Charaktere sich 1. Verstärkung gerufen haben (die immerhin in der Nähe war) und 2. Gemeinsam die Bibliothek betreten, dann empfinde ich das als überzogen. In vier oder fünf Minuten wäre das sicher möglich. Aber in zwei Minuten kann kaum jemand überhaupt ein Gebäude verlassen.
Dann doch lieber das Zeitfenster für die Aufgaben größer gestalten und somit zumindest realistische Bedingungen schaffen.

Insgesamt ist das Buch für einen zweiten Teil immer noch gut zu lesen und ziemlich rasant. Abzüge gibt es für die zeitlichen Minimalabstände, in denen die Protagonisten sich bewegen und die vorhersehbare Story. 

Bewertung: 3 von 5 Punkten