Freitag, 26. Dezember 2014

Frankfurter Buchmesse 2014

Nun ist es schon mehr als zwei Monate her, dass ich die Frankfurter Buchmesse besuchen durfte und nun kommt endlich, endlich mein Bericht dazu, nachdem ich Zeit und Ruhe gefunden habe, alles nochmal zu sortieren.
Dass ich es überhaupt möglich machen konnte, stand lange in den Sternen, erst Ende August stellte sich heraus, dass ich würde frei nehmen können. Da ich mir bei meinem letzten Besuch aber geschworen hatte, so eine Tour wie damals nicht noch mal mitzumachen, stand für mich eigentlich fest: Fachbesuchertage oder gar nicht. Also auf Akkreditierung hoffen.
Das habe ich getan und ja, juchu, jippie, es hat geklappt!

Glücklicherweise habe ich tatsächlich noch so spontan (angefragt habe ich Mitte September) einen Schlafplatz bei Kollegen bekommen und konnte mich ganz ungehindert freuen.

Hingefahren bin ich an meinem ersten Urlaubstag, Mittwoch, morgens.
Eigentlich wäre ich gerne noch früher gefahren, seitens der Arbeit stellte sich später raus, dass es eine gute Idee gewesen wäre, noch später zu starten.
Die Anreise hatte ich mit der Bahn geplant und das war wie üblich ein Abenteuer. Dieses Mal nicht so sehr wegen nervigen Mitfahrern oder frühem Aufstehen (wie in 2011), sondern weil das der Tag des Bahnstreiks war und ich bis zuletzt nicht sicher sein konnte, ob und wenn ja wie pünktlich meine Züge fahren. Da ich ein Sparticket gebucht hatte (Zugbindung), hat mich das schon etwas nervös gemacht.

Aber bis nach Hamburg kam ich pünktlich und so sollte es dann auch weiter gehen. Ging es aber nicht, weil der ICE dann allein bis Hamburg schon geschmeidig 30 Minuten Verspätung hatte. Aber irgendwann kam er dann und der Rest der Fahrt war wirklich entspannt.
In Frankfurt angekommen, schnell Zimmer beziehen, zwischenzeitlich noch die Welt retten (Telefonat mit der Arbeit) und dann ging es los: Buchmesse, ich komme!!

Auf dem Gelände der Messe als erstes Pressebereich suchen, den freundlichen Damen meine Jacke anvertrauen und los geht es, die Büchergöre suchen. Wir kennen uns schon so viele Jahre, aber es ist das erste Mal, dass wir beide auf der Buchmesse waren und so konnten wir unser diesjähriges Treffen einfach nach Frankfurt verlagern und gemeinsam die Messe erleben.

Und genau das haben wir getan.
Beim letzten Mal hatte ich mir im Vorwege X Veranstaltungen rausgesucht, die ich besuchen wollte, mehrere Lesungen etc und wirklich geschafft habe ich davon nur einen Bruchteil. In diesem Jahr habe ich mir nur ganz wenige Eckpunkte herausgesucht und den Rest der Zeit haben wir uns treiben lassen, was wirklich angenehm war.
Ganz kurz während der (ja kaum vorhandenen) Planungsphase hatte ich die Befürchtung, 4 Tage Buchmesse ohne einen Zeitplan zu haben, würden mir vielleicht fad werden, aber weit gefehlt!

Trotzdem so viel Zeit war, habe ich es nicht geschafft, alles zu sehen, selbst von meinen wenigen Veranstaltungen konnte ich nicht alle besuchen und einige von denen, die ich spontan gefunden habe, hätten gerne länger gehen können.

Ich habe das Gefühl, jeden Tag irre viele neue Dinge gesehen zu haben, unglaublich viele Eindrücke konnte ich sammeln und insgesamt habe ich mich in der Atmosphäre dort wahnsinnig wohl gefühlt.

Zurück gefahren bin ich am Samstag mittag, was für mich auch die richtige Entscheidung war. Die Tage vorher waren zwar gut besucht, aber der extrem überfüllte Samstag morgen hat mich an meine Grenzen gebracht und das, obwohl ich nur noch wenige Stunden auf der Messe war.
Nicht falsch verstehen, ich freue mich total, dass es so viele Menschen gibt, die sich für Bücher begeistern und ich freue mich über jeden, der die Chance ergreift und zur Buchmesse fährt. Und sicher ist es auch klar, dass diejenigen, die nur den Samstag da sind, die Stände zum ersten Mal sehen, eben noch keine Zeit hatten, sie sich in Ruhe anzusehen und dementsprechend durch die Gänge bummeln statt sich meinem Tempo anzupassen. Das alles ist verständlich und völlig in Ordnung.

Dennoch konnte ich da Samstag morgen nicht mehr gut mit umgehen, zwischen so vielen Menschen eingekeilt festzustecken und kaum voran zu kommen. Das waren mir einfach zu viele Körper auf zu wenig Raum. Zwischenzeitlich sind wir dann noch in einen Auflauf am Stand von Droemer-Knaur geraten, wo es gar nicht mehr voran ging und spätestens da war ich sehr froh, meinen Messebesuch für den Tag dann beenden zu können.
Aber, und dessen bin ich mir sehr bewusst, das ist ein Luxusproblem, denn dankenswerterweise konnte ich ja schon die drei Tage vorher in Ruhe über das Gelände schlendern und mir die Stände und Bücher ansehen und mich freuen, dass ich da bin.

In Erinnerung geblieben sind mir auch die ganz unterschiedlichen Reaktionen, wenn man am Stand mit „Verlagsmenschen“ gesprochen hat. Ich habe ganz viele unheimlich schöne Gespräche geführt mit Menschen, bei denen man einfach merkt, dass die gerne dort sind, weil sie gerne mit Büchern arbeiten, sich gerne mit Buchmenschen umgeben und einfach davon begeistert sind.
Und dann wieder welche, die mein Bloggerschild gesehen und mir innerlicher direkt einen Stempel aufgedrückt haben und zwar keinen positiven.
So wurde ich beispielsweise ein Mal direkt angepampt, als ich nach einem Verlagsprogramm gefragt habe. Denn zugegebenermaßen bin ich durch meine monatelange quasi-Abwesenheit nicht mehr wirklich auf dem Laufenden und statt online stöber ich viel lieber durch Verlagsprogramme. Aber scheinbar war das weder erwartet worden, noch passte es der Dame, der ich in dem Fall gegenüber stand.
Dann halt nicht.

Aber die allermeisten waren wirklich sehr freundlich und ich habe kiloweise Verlagsprogramme mit heimgeschleppt.
Und was außer den Verlagsprogrammen?

Ein Magellan-Wal (so süß), einen Glücksbringer von GU (nein, an sowas kann ich nicht vorbei gehen) und tatsächlich zwei Rezensionsexemplare (wobei ich nie damit gerechnet hätte, auf der Buchmesse direkt welche in die Hand gedrückt zu bekommen) und zwar nach einem irre netten Gespräch am Stand von Hoffmann und Campe, bei dem gleich mehrere Blogger und Ute vom Verlag beteiligt waren „Das Haus der vergessenen Bücher“ vom Hoffmann und Campe Verlag und außerdem „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ von Heyne.

Ach, sowas macht mich wirklich glücklich. Ich bin nicht so sehr auf der Jagd nach Rezi-Exemplaren (komme ja sowieso schon kaum hinterher), aber dass es einem (und dann so lieb) angeboten wird und ich gleich eines mitnehmen durfte, das macht mich wirklich sprachlos und total froh.

Um von vorne zu beginnen: Jeder Tag war wunderbar!
Zunächst die tollen, liebevoll gestalteten Stände der Verlage. Einige kannte ich schon, wie beispielsweise den Löwe-Stand, der noch immer die Plattform hat, was ich eine ganz tolle Idee finde.
Dann der Stand von Droemer-Knaur mit dem halbrunden, deckenhohen Bücherregal, die Ulstein-Bücherregaleule, der Doppeldeckerbus, die Carlsen-Wiese….
Diese seien nur stellvertretend genannt für ganz, ganz viele, ganz tolle und schöne Stände, bei denen man sich an jedem einzelnen Ewigkeiten aufhalten konnte, Bücher ansehen, stöbern, genießen.

Besonders viel Zeit haben wir uns natürlich für die Halle des Gastlandes Finnland genommen. Hier muss ich sagen, war ich in erster Linie sehr überrascht, wie unterschiedlich hier gerade im Vergleich zu der sehr dunklen und heimeligen, Bücherei-ähnlichen Gestaltung Islands aufgebaut wurde.
Die Finnlandhalle war sehr offen und hell gestaltet, in den Nationalfarben weiß und blau gehalten und strahlte moderne Klarheit aus, wirkte sehr definiert und ordentlich.
In den durch weiße runde Konstruktionen abgetrennten Bereichen wurden dann ganz unterschiedliche Bereiche der finnischen Literaturkultur dargestellt, abgerundet wurde das ganze durch  die kreisförmig angebrachte Auswahl finnischer Bücher in der Mitte.

Im Innenhof haben wir (außer der Verpflegung) nur zwei Sachen „mitgemacht“. Zum einen trafen eine unserer Kaffeepausen und der Auftritt von Cro zeitlich aufeinander, so dass wir uns einen Eindruck davon machen konnten, was auf der Bühne geschah. Und sagen wir es mal so: Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Zum anderen waren wir bei der Verleihung des Virenschleuderpreises dabei und das war wirklich eine gelungene und sehr interessante Veranstaltung, bei der ganz viele spannende Projekte und Personen vorgestellt wurden.
Alle Informationen zum Ablauf, den Nominierten und Preisträgern kann jeder hier nachlesen:

Abgesehen davon hat mich vor allem sehr gefreut, wie viele tolle Menschen wir treffen konnten.
So trafen wir am Stand von Droemer-Knaur Claudia Tomann, die ich selber hier zum ersten Mal kennengelernt habe (sooo nett), liefen diversen Mitbloggern über den Weg (was hab ich mich gefreut, euch zu sehen, Herzpotential und Lotta), haben neue Bekanntschaften geschlossen (beispielsweise Felix Wegener), aber leider auch viele nicht gesehen, die da waren (gell, Anette?).
Schön fand ich es, Mel Raabe zu treffen, die auch am späten Abend wirklich fröhlich und nett war und sich ehrlich gefreut hat, sich kurz mit uns zu unterhalten. Das war wirklich toll.

Meine persönlichen Highlights haben dann auch beide mit Autoren zu tun, sind aber so komplett unterschiedlich, unterschiedlicher geht es kaum.

Auf der Buchmesse ist es ja nicht mal einfach, jemanden zu treffen, mit dem man sich verabredet hat. Jemandem über den Weg zu laufen, von dem man nicht mal wusste, dass er oder sie da sein würde, ist wohl fast utopisch, aber genau das ist passiert.
Ich eile so durch die Gänge und laufe auf ein Mal an Ann-Kathrin Karschnick vorbei.
Ann-Kathrin und ich kennen uns sozusagen aus einem früheren Leben und ich hatte vorher noch immer überlegt nachzufragen, ob sie da sein würde, es dann aber vergessen und plötzlich steht sie vor mir. Die Wiedersehensfreude war auf (denk ich mal) beiden Seiten groß und es war so schön, kurz News auszutauschen über gemeinsame Bekannte. Total gut!.

Und die zweite Begegnung hat dann noch meinen Messebesuch ganz schön abgerundet. Am Samstag früh bin ich eine Weile alleine durch die Gegend gestromert und am Stand von Droemer-Knaur mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch gekommen. Dabei erwähnte ich dann auch, dass ich sehr froh bin, die Fachbesuchertage erlebt zu haben und dass es mir mittlerweile zu voll ist auf den Gängen. Und dass mein früher Abreisetermin aber deswegen schade ist, weil ich somit Sebastian Fitzek verpassen würde. Daraufhin wurde mir gesagt, dass dieser schon am Stand gewesen wäre und sicherlich gleich wiederkommen würde.

Also wartete ich eine kurze Weile und tatsächlich lief plötzlich Sebastian Fitzek an mir vorbei. Da ich so ein irre schlauer und organisierter Mensch war, hatte ich mich in keinster Weise darauf vorbereitet und wusste also auch nicht was ich sagen oder fragen sollte. Schlau, ich weiß…

Also habe ich nicht mehr geschafft, als kleinmädchenhaft zu warten, bis ich kurz Aufmerksamkeit bekam (total nett und freundlich fragte er mit einem Blick auf meinen Bloggerumhänger: „Haben wir einen Termin?“) und dann nach einem gemeinsamen Foto zu fragen.
Keine schlaue Frage parat gehabt, keine nette Anmerkung parat gehabt, nur die Bitte um ein Foto. Peinlich.

Ich glaube, daran muss ich arbeiten.
Dass es aber diese Begegnung gab, macht mich total froh, darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn Sebastian Fitzek ist einer der ganz wenigen Autoren, von dem ich wirklich fast alles gelesen habe und bei denen ich mich immer auf Neuerscheinungen freue (auch wenn meine Bewertungen durchaus durchwachsen sind, ich lese die Bücher immer gern).

Damit war ich dann auch mit dem übervollen Samstag versöhnt.

Wenn ich mir meinen Bericht aus 2011 ansehe muss ich sagen, habe ich dieses Jahr schon einiges besser gemacht: Ich bin entspannter an die Sache heran gegangen, ohne den Anspruch möglichst viele Veranstaltungen abzuarbeiten. Ich habe mir über die App rausgesucht, was mich interessiert, um Anhaltspunkte zu haben, mich die meiste Zeit aber treiben lassen und das war wirklich sehr schön. Ohne Druck, einfach die Messe genießen.

Ich wollte nie wieder morgens früh hinfahren und nachts zurück. Mit einem Aufenthalt von Mittwoch bis Samstag würde ich wohl meinen, das umgesetzt zu haben. Und schließlich wollte ich nie wieder nur den ganzen Samstag fahren, auch das hat geklappt.
Aber selbstverständlich ist noch immer einiges verbesserungsfähig und ich habe auch wieder viel gelernt:
Gelernt habe ich zum Beispiel , dass es völlig egal ist, wie leer der Koffer auf der Hinreise ist, auf der Rückfahrt wird er so oder so voll sein. Also lieber mehr Platz lassen. Ergo: Ich fahre nie wieder mit einer eh schon vollen Tasche los, nur weil ich meine, für fünf Tage brauche ich ja keinen großen Koffer…
Außerdem sind definitiv Rollen unterm Koffer angebracht. Was habe ich mich dieses Mal abgeschleppt mit Verlagsprogrammen etc.

Rechtzeitig buchen nächstes Mal, arbeitstechnisch wird es schon irgendwie gehen.
Und am liebsten Messebesuch von Mittwoch bis Freitag und Sonntag.
Ja ich weiß, ein wenig schizophren ist es schon, über die Menschenmassen am Samstag zu jammern und dann nächstes Mal sogar bis Sonntag dabei sein zu wollen.
Aber ich würde so gerne auch noch mal den Abschluss erleben. Aber dafür würde ich dann am Samstag aussetzen. Oder, wenn da eine oder zwei Veranstaltungen sind, zu denen ich unbedingt will, diese wahrnehmen und dann den Rest des Tages pausieren.
Und ich würde besser planen, welche Personen ich gerne treffen möchte.

Aber ich finde, diese Änderungen sind insgesamt weniger elementar als jene, die ich zwischen meinen ersten beiden Messebesuchen vornehmen wollte und daher bin ich schon ganz froh.

Wie bereits ein oder zwei Mal erwähnt, hat mich der Messebesuch aber unterm Strich sehr glücklich gemacht und ich freue mich schon sehr, sehr, sehr auf das nächste Jahr!!

Sonntag, 16. November 2014

Rezension: Katzen-Clicker-Box

Auf der Buchmesse hatte ich ja einige Tage Zeit und konnte mich so in Ruhe durchstöbern. Dabei bin ich auf die Katzen-Klicker-Box von GU gestoßen, die mich sofort angesprochen hat. Ich möchte meine beiden gerne mehr fordern, bin aber immer an diversen "Ja, aber..." gescheitert. Das fing mit dem (viel zu lauten) normalen Clicker an und endete dabei, dass ich nie so richtig begriffen habe, wie ich nun den Anfang mache beim Clickern.
Und weil der Verlag so freundlich war, mir ein Exemplar der Box zuzusenden, weiß ich es jetzt endlich und wir sind schon fleißig dabei, uns die Grundlagen zu erarbeiten, Lilly, Hook und ich.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an  GU!

Informationen zum Produkt
Autor: Birgit Rödder
Taschenbuch: 48 Seiten
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; Auflage: 3 (7. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833835923
ISBN-13: 978-3833835926

Rezension:
Was Clickern ist, weiß ich schon lange und fast genau so lange möchte ich das mit meinen Katzen ausprobieren, doch ich habe es nie gemacht. Weil ich nie so recht den Anfang gefunden habe, mir fehlte jemand oder etwas, was mir die ersten Schritte genauer erklärte und die Herangehensweise näher brachte.
Daher war ich total gespannt auf diese Box, die ja sogar den Clicker dabei hatte, die vor allem aber vom ersten Schritt an Hilfe verspricht.

Von vorne: Der beigelegte Clicker wird als katzenfreundlich beworben und ja, das ist er wirklich. Wer schonmal einen normalen Clicker ausprobiert hat, wird wissen, wovon ich spreche: Die Dinger sind selbst für Menschenohren echt laut. Und klar kann man auch mit anderen Dingen ein entsprechendes Geräusch machen, aber es soll ja eindeutig sein. Kugelschreiberklicken fällt also aus  und viele, viele andere Geräusche ebenfalls.
Dieser Clicker hier macht ein eindeutiges Geräusch, aber viel, viel sanfter als andere Clicker. Leiser, aber trotzdem gut zu hören. Ich finde das, unabhängig davon dass er eine Anfängerbox vervollständigt und man sofort loslegen kann dadurch, eine sehr gute Idee.

In der Box enthalten sind weiterhin ein Buch, das erstmal die Grundlagen erklärt und Hilfestellungen gibt und einen so ganz langsam an die Materie heranführt auf eine Art und Weise, dass zumindest ich endlich begriffen habe, wie ich nun genau anfangen muss. Mir fehlte immer der erste Schritt, das Herangehen an die eigentlichen Clickeraktionen und das wird hier schön beschrieben, so dass ich endlich verstehe, wie ich vorgehen muss.
Auch wird beschrieben, wie man Probleme, wie beispielsweise Clickern im Mehrkatzenhaushalt, bewältigt und häufige Fragen werden ausführlich beantwortet.

Außerdem enthält die Box 36 Karten mit Clickeraktionen, die man der Katze beibringen kann. Hier wird jeweils erklärt, was das Ziel ist und wie man es erreicht. Farblich unterteilt sind Basics wie Nasen- oder Pfotentarget, Erziehungsübungen wie Leinentraining oder medizinisches Training und Tricks, die dann von High Five über Apportieren bis hin zu Memory gehen und eher fortgeschrittenes Clickern benötigen.

Die Karten sind alle sehr stabil und schmutzabweisend überzogen und dürften so auch häufiges Anfassen überstehen.

Wie gesagt, haben die Erklärungen in diesem Buch es tatsächlich geschafft, mir die Grundlagen so näher zu bringen, dass ich mich endlich an das Clickern heran getraut habe. Die Karten sind übersichtlich und der Clicker eine wirklich gute, katzenfreundliche Idee. Eine wirklich schöne Box für Einsteiger und auf Grund der teilweise wirklich anspruchsvollen Tricks auch für Fortgeschrittene.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Rezension: Feuer im Kopf: Meine Zeit des Wahnsinns

Dieses Buch ist nicht ganz leichte Kost. Erschreckend, zu was der menschliche Körper fähig ist.

Informationen zum Buch:
Autor: Susannah Cahalan
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: mvg Verlag (14. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868824677
ISBN-13: 978-3868824674

Rezension:
Susannah Cahalan ist eine junge, erfolgreiche Frau. Mitarbeiterin bei einer Zeitung, äußerst wortgewandt und lebensfroh. Sie steht mitten im Leben, bis auf einmal das Leben sich gegen sie stellt. Sie fühlt sich bedroht, verfolgt, unsicher und das ist erst die Spitze des Eisbergs...

Worum es in diesem Buch geht, steht bereits im Klappentext und man kann sich eigentlich darauf einstellen. Wenn man jedoch von den Erfahrungen und Empfindungen liest, die auf jemanden einprasseln, der scheinbar verrückt wird, dann ist das etwas ganz anderes.

Das Buch ist schwere Kost und das obwohl man ja weiß, dass die Betroffene das Buch selber geschrieben, also zu ihrem alten Ich zurück gefunden hat.
Aber es ist beklemmend zu sehen, wie eine junge Frau aus einem anspruchsvollen Job heraus in die totale Abhängigkeit von anderen rutscht.

Die Autorin erklärt im Laufe des Buches immer wieder die medizinischen Hintergründe, das macht es medizinisch interessierten Lesern leichter, alles zu begreifen. Für diejenigen, die mit medizinischen Begriffen so gar nichts anfangen können, erschwert es die Lektüre aber vermutlich eher.

Die immer wieder eingeworfenen Bruchstücke aus Videoaufnahmen und Notizen empfand ich persönlich eher als störend, sie haben für mich wenig zur Geschichte beigetragen, eine Beschreibung der Inhalte hätte für mich persönlich genügt.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass einiges hier künstlich aufgebläht wurde, beziehungsweise so aufbereitet wurde, dass der Leser möglichst geschockt ist.

Am Ende kann man natürlich nicht sagen, wie viel davon wirklich so geschehen ist, das kann die Autorin ja selber nicht genau, da sie sich nicht aus eigener Kraft an die meisten Geschehnisse erinnern kann. Dennoch bleibt das Erstaunen und Entsetzen über die Existenz so einer Krankheit.

Unterm Strich ein spannender, wenn auch nicht immer ganz einfach zu lesender Bericht über ein erschütterndes Schicksal, bei dem einem nur manchmal einiges sehr effektiv in Szene gesetzt vorkommt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Dienstag, 28. Oktober 2014

Buchmesse 2014 - ein Vorgeschmack

In diesem Jahr habe ich es endlich wieder auf die Buchmesse geschafft und war dank Akkreditierung sogar gleich an mehreren Tagen dort.
Nachdem ich ja in 2011 beschlossen hatte, so eine Tour wie damals nie, nie, NIE wieder zu unternehmen, habe ich dieses Mal einiges, aber durchaus nicht alles besser gemacht.


Da ich im Moment wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe, hier erstmal nur die Ankündigung, was ich so alles zu berichten habe:

4 Tage Messe (Mittwoch bis Samstag)
meine persönlichen Highlights (hui!)
Groh Design (wow!)
LivingKidsBooks (die Idee)
Erkenntnisse (*seufz*)

Man darf also gespannt sein


Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: Die Sünden meiner Väter

Dieses Buch habe ich bereits Anfang des Jahres gelesen. Ich habe lange überlegt, ob ich mich darauf einlassen möchte, aber es hat sich gelohnt.

Informationen zum Buch
Titel:
Die Sünden meiner Väter
Autor: Liz Nugent
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: Aufl. 2013 (11. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785724799
ISBN-13: 978-3785724798

Rezension:
Oliver lebt ein beschauliches Leben. Erfolgreich als Kinderbuchautor, glücklich verheiratet mit der Illustratorin seiner Bücher. Unscheinbar, unauffällig. Bis er seine Frau eines Tages ins Koma prügelt und sich zunächst niemand erklären kann, wie es dazu kommen konnte.
Doch nach und nach entwirren sich die Hintergründe, man muss nur lange genug in den Erinnerungen der Anderen suchen, um sich das richtige Bild machen zu können.

Bei diesem Buch irritiert vor allem die deutsche Titelgebung, die sehr viel weniger präzise und treffend ist als die Englische, wenn man sie sich auch dennoch irgendwann erklären kann.

Das Buch an sich ist interessant gemacht. Ausgehend von der Gewalttat ist man dabei, während sich verschiedene Personen an Oliver und Alice erinnern und setzt so nach und nach ein Puzzleteilchen neben das nächste, bis sich endlich das Bild ergibt, aus dem man das Motiv für Olivers Tat ablesen kann.

Geschrieben sind die einzelnen Episoden gut und sie greifen mit den verschiedenen Personen und Zeitebenen sehr gut ineinander.
So gut, dass man, auch wenn man Olivers Antrieb natürlich verstehen möchte, ihm teilweise näher kommt, als man gedacht hätte. Man ist zwar abgeschreckt, wenn man einiges liest, an anderen Punkten wieder wird der Blick auf ihn ganz milde, je nachdem, welcher Aspekt seines Lebens beleuchtet wird.

Gestört haben mich nur zwei Dinge. Zum Einen die Auflösung der Geschichte, die doch zu sehr nach dem Deus Ex Machina-Prinzip arbeitet. Für mich wäre da eine wahrscheinlichere Auflösung befriedigender gewesen. Außerdem hat mich der Absatz über Eugene extrem gestört. Sicher, der ließ tief blicken, aber die Art und Weise, wie man sich da in die Denkweise eines Menschen mit Trisomie 21 zu versetzen versucht hat, hat nach meinem Empfinden dieses Denken sehr ins Lächerliche gezogen. War für mich unnötig.

Insgesamt aber ein sehr interessantes Buch mit einer durchgehend vorhandenen Spannung und interessanten Handlung. Gute Idee und ungewöhnliche Umsetzung.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Rezension Hope Forever

Ohh, wie schön fand ich "Weil ich Layken liebe" und wie skeptisch war ich, bevor ich anfing, "Hope Forever" zu lesen. Zumal ich im Vorwege eine kritische Rezension gelesen habe, die mir leider viel, viel, viel zu viel von der Auflösung verraten hat. Zugegebenermaßen lese ich nämlich fast nur die kritischen Rezis, bevor ich mich für ein Buch entscheide, um zu sehen, ob ich mit eventuellen Störfaktoren umgehen kann und mag oder nicht. In dem Fall wurde mir aber leider zu viel von der Spannung genommen. Schade.
Daher war das Ganze keine allzu große Überraschung, das Schöne aber war, die meiste Zeit habe ich mich beim Lesen wieder wie mit 16 gefühlt... soooo schööön!

Informationen zum Buch:
Autor: Colleen Hoover
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423716061
ISBN-13: 978-3423716062

Rezension:
Sky ist siebzehn Jahre alt, als sie das erste Mal einen Fuß in eine Highschool setzt. Bisher wurde sie zuhause unterrichtet. Zuhause, wo es weder Telefon noch Fernseher, noch Internet gibt. Lediglich ihre beste Freundin Six bringt etwas Normalität ins Skys Leben, weswegen sie auch so darum gekämpft hat, ihr Abschlussjahr an einer öffentlichen Schule bestreiten zu dürfen. Doch dort läuft vom ersten Tag an alles anders, als Sky es erwartet hat. Nicht nur, dass Six sie nicht unterstützen kann, ihr aber einen recht zweifelhaften Ruf vererbt hat, auch mit dem rätselhaften Holden hat Sky so ihre Schwierigkeiten. Bis ihr nichts anderes bleibt, als Vertrauen zu fassen, als ihre Welt um sie herum zerbricht.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu beurteilen. Auf der einen Seite habe ich es sehr gerne gelesen. Ich bin eingetaucht in die Geschichte und habe mich wieder gefühlt wie mit 16.
Auf der anderen Seite ist die Story doch recht sagen wir… gewollt. Da bestimmen zu viele Zufälle das Geschehen und es gibt zu vieles, was doch sehr unglaubwürdig ist. Würde ich hier genauer ins Detail gehen, würde ich der Geschichte zuviel vorweg nehmen, was schade wäre.
Daher nur soviel: Das Ende, der eigentliche Knackpunkt der Geschichte ist nicht glaubwürdig, weder der Weg dorthin, noch die Art und Weise, wie Sky alles abhaken kann.

Was das Buch aber auf langen Strecken ausmacht und so verdammt liebenswürdig macht, ist der Umgang von Sky und Holden miteinander. Da wird gekabbelt und geneckt und gestichelt und gespasst, dass es eine Freude ist. Die Dialoge und das einfache Miteinander der beiden ist so nett und so witzig und so spritzig und einfach erfrischend, dass man das Buch einfach gerne liest.

Die Figuren an sich empfinde ich als sehr klischeehaft. Das betrifft insbesondere die Nebenfiguren wie Breckin und Six. Aber auch Sky und Holder sind eher plakativ und trotz ihres tollen Miteinanders ziemlich vorhersehbar. Bis zu dem Punkt, an dem es am Ende etwas zu heldenhaft und damit unglaubwürdig wird. Alles andere, auch beispielsweise (damit nehme ich nicht zuviel vorweg) Skys naive Bereitschaft, Holden zu verzeihen, ist nur normal in dem Alter, gerade wenn Verliebtheit einem ein wenig das Hirn vernebelt. Das ist normal und nachvollziehbar. Aber eben auch nicht überraschend.

Der Stil ist recht einfach, aber nicht langweilig. Gerade die Stellen, in denen Sky und Holden miteinander umgehen sind wunderbar gelungen und damit macht das Buch wirklich Spaß.
Der Schwachpunkt ist einfach die Logik. Auch die Ausgangssituation empfinde ich schon als schwierig. Ein Leben ohne Medien? Schwer vorstellbar. Gerade in heutigen Zeiten. Sicher, Sky ist so aufgewachsen und liebt ihre Mutter und akzeptiert deren Regeln. Aber sie lernt bei Six ja auch etwas anderes kennen. Dass da nie eine ernsthafte Diskussion aufkommt, kann ich nicht glauben. Ebenso wenig, wie es funktionieren kann, ein funktionierendes Sozialverhalten zu erlernen, wenn man nie Kontakt zu Gleichaltrigen hat.

Kann man diese Punkte aber abschütteln, quasi abseits der Logik das Buch einfach genießen, dann lohnt sich die Lektüre wirklich, weil das Buch sich einfach schön anfühlt beim Lesen.
Wie gesagt, ich war wieder 16 Jahre alt und es war einfach schön. Aber ernsthaft darüber nachdenken darf man nicht.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Montag, 6. Oktober 2014

Rezension: Das stumme Kind

Nachdem ich neulich den Autor dieses Buches kurz kennenlernen durfte und mir dann die Leseprobe ansah, musste ich einfach sofort zugreifen. Das Buch spielt nämlich in einer Gegend, die mir sehr am Herzen liegt. Dort habe ich sehr viel und sehr gerne Zeit verbracht und ich war gespannt, wie das wohl umgesetzt werden würde. 

Informationen zum Buch
Autor: Michael Thode
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2014 (15. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404169883
ISBN-13: 978-3404169887

Rezension:
Anna Joost ist ein besonderes Kind. Sie ist Autistin, nimmt ihre Welt anders war als andere Kinder und wird die meiste Zeit in einem Heim betreut. An den Wochenenden besucht sie ihre Eltern und wird Zeugin des grausamen Mordes an ihrem Vater. Entsetzt flieht sie in den Wald.
Kurz darauf wird ganz in der Nähe ein anderer Mann brutal ermordet und auch wenn die Verbindung zwischen diesem Opfer und Annas Vater offensichtlich zu sein scheint, stellen die Fälle die Polizei vor größere Probleme. Denn auf irgend eine Weise scheint Anna in diese Fälle verwickelt zu sein. Nur wie kann das sein?

Ich muss zugeben, dass ich ein relativ leicht zu beeindruckender Mensch bin. So habe ich dieses Buch alleine wegen der Erwähnung eines Ortsnamens in der Leseprobe gekauft. Und das auch nur weil ich der Gegend, in der das Buch die meiste Zeit spielt, sehr verbunden bin.
Normalerweise bin ich kein großer Fan von Regionalkrimis, zumal die meisten davon in Gegenden spielen die mich nicht berühren. In diesem Fall ist es anders. Bei fast jedem Ort des Geschehens hatte ich ein Bild vor Augen. Ich kenne die Dörfer, in denen die Handlung spielt, ich kenne die Straßen, auf denen sich die Personen bewegen und hatte somit das Gefühl von Anfang an und bis zur letzten Seite wirklich beim Geschehen dabeizusein.

Die Idee hinter der Story finde ich gut - endlich mal ein Thriller, bei dem man nicht schon ab der dritten Seite ahnt, worauf es am Ende hinausläuft. Auch den grundsätzlichen Spannungsbogen finde ich gut umgesetzt die Ermittlungen der Polizei werden nicht langweilig, die Sackgassen, in die man bisweilen gerät, sind gut gewählt und halten die Spannung aufrecht. Lediglich die letzten Kapitel empfinde ich als etwas zu schnell an die Lösung heran gebracht. Da hätte man ruhig etwas mehr Text investieren können.
Leider werden sehr viele Informationen eingestreut, und Szenen dargestellt, die die Handlung nicht wirklich voranbringen und den Lesefluss stoppen. Sicherlich ist es langweilig, wenn man ausschließlich den Hauptfiguren eines Buches folgt, aber wenn man dies gerade nicht tut, finde ich sollte der Text schon mehr an Information bringen.
Außerdem störe ich mich daran, wenn Informationen so wenig subtil eingebracht werden, wie die Tatsache, dass das Universitätsklinikum Eppendorf als UKE abgekürzt wird, indem man diese Abkürzung nämlich hinter der ausgeschriebenen Variante in Klammern anführt und das gleich mehrfach. Ich persönlich finde das etwas unnötig.

Grundsätzlich führt der Autor interessante Personen ein. Gerade aus dem Kommissar Degenhardt und der Anwärterin Jana könnte man ein wirklich interessantes Ermittler-Duo formen. Inwiefern dies vielleicht in weiteren Büchern des Autors erfolgen mag wird sich zeigen. Degenhardt und Jana sind recht gut ausgearbeitet, auch wenn man bei einigen der in tieferen psychologischen Schichten entspringenden Entscheidungen diese Information erst extern zugeführt bekommen muss, statt sie aus dem bisher dargestellten Charakter der Figur ableiten zu können. Grundsätzlich aber sind beide sympathisch und interessant. Insbesondere die Beziehung zwischen Degenhardt und seiner Familie ist plastisch dargestellt. Wohingegen Jana vorgestellte Familie ziemlich plakativ herüberkommt.
Alle Nebenfiguren jedoch bleiben irgendwie blass. Das beginnt bei Degenhardts Kollegen und endet bei den Antagonisten. Anna, deren Darstellung einiges an Fingerspitzengefühl verlangt, ist jedoch wieder gut gelungen.

Insgesamt ein Buch, dass seine kleinen Schwächen durch ganz viel Charme und einen guten Plot ausgleichen kann. Mich persönlich begeistert vor allem das Setting, das mir ein Gefühl von Heimat vermittelt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 15. September 2014

Rezension: Der Code

Das ist wieder eines der Bücher, bei denen mein Empfinden beim Lesen sehr viel besser war, als das, was ich bei genauerem Nachdenken darüber zu sagen hatte. Dazu hat leider auch ganz stark der Schluss beigetragen, mit dem ich irgendwie nicht glücklich bin, über alles andere hätte ich sonst vermutlich sehr gern hinweg gesehen.. Naja, man kann nicht alles haben.

Informationen zum Buch
Titel: Der Code
Autor: Fredrik T. Olsson
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Piper (1. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056393
ISBN-13: 978-3492056397

Rezension:
In Berlin wird ein Obdachloser ermordet und verschwindet in einem Krankenwagen.
In Amsterdam lässt sich eine junge Frau auf einen Flirt ein und wird verschleppt.
In Stockholm versucht ein Kryptologe, sich das Leben zu nehmen und bekommt im Krankenhaus unerwarteten Besuch.
Und hinter all dem steckt mehr, als wir uns in unseren schlimmsten Alpträumen ausmalen  könnten.

Dieses Buch wird als Thriller beworben, ist eigentlich aber viel mehr. Zum Teil Dystopie, zum Teil Science Fiction, zum Teil Puzzle und zum Teil  Charakterstudie.
Wie man es von skandinavischen Autoren häufiger erlebt, erwartet einen ein recht umfangreiches Buch, bei dem man bereits bei etwa der Hälfte angelangt ist, bevor man die letzte auf dem Klappentext stehende Information erreicht hat.
Aber wie man es auch schon häufiger gesehen hat, lebt das Buch nicht von der reinen Information, sondern auch von ganz viel Geschichte um die Geschichte herum. Das muss man mögen. Wer ein Fan von kurzen, knackigen, punktgenauen Sätzen ist, dem wird „Der Code“ vermutlich zu langatmig sein.

Mir hat die Erzählweise gut gefallen, zudem konnte man der Geschichte trotz des wissenschaftlichen Anstrichs gut folgen und der Stil ist leicht genug, damit man sich schnell durch das Buch arbeiten kann.
Leider sind mir die Figuren irgendwie fremd geblieben. Damit meine ich nicht den Charakter, denn der ist gut ausgearbeitet gewesen, aber ich hatte die ganze Zeit Probleme, William und Janine vor meinem inneren Auge wirklich zu sehen. Das erschwert es mir enorm, Sympathien aufzubauen und mit den Figuren die Geschichte zu erleben, statt ihnen dabei zuzusehen.
Hier wurde der Fokus aber auf die Intention, auf die Vergangenheit und das Innere der Figuren gelegt, was zumindest ihre Handlungen nachvollziehbar macht.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls charakterlich sehr gut ausgearbeitet, bleiben aber äußerlich irgendwie austauschbar.

Die Idee hinter dem Buch ist wieder eine Gute, die noch  mehr Potential mit sich gebracht hätte, je nachdem, in welche Richtung man gehen wollte. Hier hätte ein SciFi-Highlight entstehen können oder ein tiefgründiges Werk über Beweggründe menschlicher Entscheidungen oder aber eine wissenschaftliche Abhandlung. Umgesetzt wurde dann ein Thriller, der von allem ein bißchen enthält, damit aber vom Spannungsbogen nicht richtig überzeugen kann.
Sicher, es ist interessant, die Story zu verfolgen und auf die Lösung zu warten, aber richtig spannend ist es nicht. Etwas Action gibt es, die schlimmen Geschehnisse schaffen es aber leider nicht, einen wirklich emotional mitzureißen.

Da größte Problem habe ich aber mit dem Ende, mit der „Lösung“. Die ist für mein Empfinden einfach unbefriedigend. Es wirkt fast so, als wäre das Buch geschrieben worden und dann nach 450 Seiten hätte man noch immer keine Idee gehabt, wie eigentlich die Auflösung sein soll und dann hätte man sich einfach irgendwas aus den Fingern gesaugt.
Auf mich wirkt der Schluss irgendwie, als würde er dem Leser hingeworfen werden, damit dieser zufrieden ist, ohne dass einem eine echte Antwort geboten wird.
Das ist schade und zusammen mit dem, was eben nicht aufgelöst wird, irgendwie unrund.

Insgesamt ein Buch mit viel Potential auf den unterschiedlichsten Ebenen, das aber für mich nicht überzeugend genug umgesetzt wurde. Gerne gelesen habe ich es dennoch, daher eine mittlere Bewertung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben

Sonntag, 13. Juli 2014

Rezension: Irondead

Wow, das war also mein erster Hohlbein. Und ehrlich gesagt bin ich nicht so sicher, ob es nicht vielleicht gleich auch der letzte war. Sicher, das ist immer alles persönliches Empfinden, aber mir persönlich hat das Buch einfach nicht gefallen...

Informationen zum Buch
Autor: Wolfgang Hohlbein
Taschenbuch: 640 Seiten
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (6. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863960661
ISBN-13: 978-3863960667

Rezension:
Quinn Devlin, seines Zeichens ehemaliger Constabler der Belfaster Polizei und mittlerweile Privatermittler, wird auf einen äußerst seltsamen Fall angesetzt. Sein ehemaliger Auftraggeber ist verschwunden und dieser Umstand wirft ein noch seltsameres Licht auf die vielen Materialdiebstähle, die sich beim Jahrhundertbau der Titanic anhäufen. Quinn geht jedoch zunächst von einer harmlosen Erklärung aus, bis er immer seltsamere Begegnungen hat, die er sich nicht erklären kann, die ihn aber bis ins Mark erschauern lassen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich bisher nichts von Wolfgang Hohlbein gelesen habe und daher ohne jegliche vorgefasste Meinung an dieses Buch heran gegangen bin. Darüber hinaus habe ich großen Respekt vor der Produktivität des Autors und der damit zwangsläufig verbundenen Disziplin.
Beim Lesen des Buches jedoch kam mir mehr als einmal der Gedanke, dass manchmal weniger mehr ist und dass vielleicht weniger Quantität mehr Qualität erzeugen könnte.

Fangen wir mit dem größten Problem an: Die Figuren sind eine wie die nächste unglaubwürdig und extrem unsympathisch. Quinn Devlin, ein gestandener Mann, ehemaliger Polizist, der sich häufig daran erinnert, dass er seinerzeit nicht gerade sanft mit Verbrechern umgegangen ist, erzählt wie ein Mädchen. Manchmal musste ich das Buch erst schließen, auf das Cover sehen und mich daran erinnern, dass hier nicht eine Sechzehnjährige von übernatürlichen Begegnungen und der ersten Liebe erzählt, sondern ein erwachsener Mann.
Das beginnt in Szenen, in denen er sich die Lippen blutig beißt, um keine patzigen Kommentare von sich zu geben und geht weiter bei solchen Sätzen: „Seine Jacke begann zu schwelen, und ich dachte hysterisch, dass ich wohl spätestens morgen früh einen Friseur aufsuchen musste, als ich sah, wie sich das Haar an seinem Hinterkopf kräuselte“ (Seite 151).
Tut mir leid, das empfinde ich bei dem Bild, das sonst von dieser Person gezeichnet wird, als sehr unglaubwürdig.
Allison ist eine zickige Kuh, die nicht nur permanent giftige Kommentare von sich gibt und nicht zulässt, nur ein einziges Mal NICHT ihren Willen zu bekommen, ist absolut unsympathisch. Jemand, über dessen Rettung man sich nicht freuen mag und über dessen Verhalten ich mehr als ein Mal den Kopf geschüttelt habe. Auch wenn sich im weiteren Verlauf einiges erklärt, so gibt es dennoch Entwicklungen, die auf Grund von Allisons Gefühlskälte einfach nicht glaubhaft sind.
Nikola ist ganz nett und sogar den ach so bösen Captain Adler kann man immer und immer besser verstehen, aber diese beiden sind bis auf das letzte Drittel, wo noch ein Weiterer hinzu kommt, die einzigen Sympathieträger. Da die Story aber um Quinn und Allison herum aufgebaut ist, kann das leider nicht mehr viel retten.

Überhaupt ist die Geschichte nicht so spannend, wie der Klappentext es einen glauben lässt. Der Bau der Titanic, der so viel Potential mitgebracht hätte, ist wirklich nicht mehr als der Rahmen für einige Handlungen und die Erklärung dafür, warum es im Belfaster Hafen so viel Material gibt, das geklaut werden kann. Da wird viel verschenkt.
Die eigentliche Handlung empfand ich als sehr aufgebläht, gut und gerne 150 oder mehr Seiten hätte man da rausstreichen können.
Die letztendliche Erklärung wirkt irgendwie dünn und auch wenn der eigentliche Schluss gut gemacht ist und nachhallt, sind die 250 Seiten davor langatmig und teilweise recht konfus.

Was mich aber am meisten genervt hat, sind die Unterhaltungen, in denen Quinn versucht, erklärt zu bekommen, was die anderen gerade verstanden haben. Diese Unterhaltungen laufen alle nach dem Muster ab, nach dem jemand etwas begreift, kryptische Andeutungen macht, jemand anders ihm meistens zustimmt und Quinn tausend Mal fragt, was denn nun die neue Erkenntnis ist, dafür aber keine Antwort bekommt. Auf die Spitze getrieben wird das ab Seite 451, wenn Nikola verdeutlicht, dass er nun endlich etwas Essentielles begriffen hat, sich aber über mehrere Seiten ziert, damit auf den Punkt zu kommen. Sowas empfinde ich als sehr, sehr anstrengend.

Unterm Strich ein Buch, dessen Idee gut hätte sein können, dessen Umsetzung mich aber mehr als ein Mal hat überlegen lassen, ob ich mir nicht eine Menge Nerven spare, wenn ich es einfach abbreche.

Bewertung: 1 von 5 Punkten