Montag, 15. September 2014

Rezension: Der Code

Das ist wieder eines der Bücher, bei denen mein Empfinden beim Lesen sehr viel besser war, als das, was ich bei genauerem Nachdenken darüber zu sagen hatte. Dazu hat leider auch ganz stark der Schluss beigetragen, mit dem ich irgendwie nicht glücklich bin, über alles andere hätte ich sonst vermutlich sehr gern hinweg gesehen.. Naja, man kann nicht alles haben.

Informationen zum Buch
Titel: Der Code
Autor: Fredrik T. Olsson
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Piper (1. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056393
ISBN-13: 978-3492056397

Rezension:
In Berlin wird ein Obdachloser ermordet und verschwindet in einem Krankenwagen.
In Amsterdam lässt sich eine junge Frau auf einen Flirt ein und wird verschleppt.
In Stockholm versucht ein Kryptologe, sich das Leben zu nehmen und bekommt im Krankenhaus unerwarteten Besuch.
Und hinter all dem steckt mehr, als wir uns in unseren schlimmsten Alpträumen ausmalen  könnten.

Dieses Buch wird als Thriller beworben, ist eigentlich aber viel mehr. Zum Teil Dystopie, zum Teil Science Fiction, zum Teil Puzzle und zum Teil  Charakterstudie.
Wie man es von skandinavischen Autoren häufiger erlebt, erwartet einen ein recht umfangreiches Buch, bei dem man bereits bei etwa der Hälfte angelangt ist, bevor man die letzte auf dem Klappentext stehende Information erreicht hat.
Aber wie man es auch schon häufiger gesehen hat, lebt das Buch nicht von der reinen Information, sondern auch von ganz viel Geschichte um die Geschichte herum. Das muss man mögen. Wer ein Fan von kurzen, knackigen, punktgenauen Sätzen ist, dem wird „Der Code“ vermutlich zu langatmig sein.

Mir hat die Erzählweise gut gefallen, zudem konnte man der Geschichte trotz des wissenschaftlichen Anstrichs gut folgen und der Stil ist leicht genug, damit man sich schnell durch das Buch arbeiten kann.
Leider sind mir die Figuren irgendwie fremd geblieben. Damit meine ich nicht den Charakter, denn der ist gut ausgearbeitet gewesen, aber ich hatte die ganze Zeit Probleme, William und Janine vor meinem inneren Auge wirklich zu sehen. Das erschwert es mir enorm, Sympathien aufzubauen und mit den Figuren die Geschichte zu erleben, statt ihnen dabei zuzusehen.
Hier wurde der Fokus aber auf die Intention, auf die Vergangenheit und das Innere der Figuren gelegt, was zumindest ihre Handlungen nachvollziehbar macht.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls charakterlich sehr gut ausgearbeitet, bleiben aber äußerlich irgendwie austauschbar.

Die Idee hinter dem Buch ist wieder eine Gute, die noch  mehr Potential mit sich gebracht hätte, je nachdem, in welche Richtung man gehen wollte. Hier hätte ein SciFi-Highlight entstehen können oder ein tiefgründiges Werk über Beweggründe menschlicher Entscheidungen oder aber eine wissenschaftliche Abhandlung. Umgesetzt wurde dann ein Thriller, der von allem ein bißchen enthält, damit aber vom Spannungsbogen nicht richtig überzeugen kann.
Sicher, es ist interessant, die Story zu verfolgen und auf die Lösung zu warten, aber richtig spannend ist es nicht. Etwas Action gibt es, die schlimmen Geschehnisse schaffen es aber leider nicht, einen wirklich emotional mitzureißen.

Da größte Problem habe ich aber mit dem Ende, mit der „Lösung“. Die ist für mein Empfinden einfach unbefriedigend. Es wirkt fast so, als wäre das Buch geschrieben worden und dann nach 450 Seiten hätte man noch immer keine Idee gehabt, wie eigentlich die Auflösung sein soll und dann hätte man sich einfach irgendwas aus den Fingern gesaugt.
Auf mich wirkt der Schluss irgendwie, als würde er dem Leser hingeworfen werden, damit dieser zufrieden ist, ohne dass einem eine echte Antwort geboten wird.
Das ist schade und zusammen mit dem, was eben nicht aufgelöst wird, irgendwie unrund.

Insgesamt ein Buch mit viel Potential auf den unterschiedlichsten Ebenen, das aber für mich nicht überzeugend genug umgesetzt wurde. Gerne gelesen habe ich es dennoch, daher eine mittlere Bewertung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben

Sonntag, 13. Juli 2014

Rezension: Irondead

Wow, das war also mein erster Hohlbein. Und ehrlich gesagt bin ich nicht so sicher, ob es nicht vielleicht gleich auch der letzte war. Sicher, das ist immer alles persönliches Empfinden, aber mir persönlich hat das Buch einfach nicht gefallen...

Informationen zum Buch
Autor: Wolfgang Hohlbein
Taschenbuch: 640 Seiten
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (6. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863960661
ISBN-13: 978-3863960667

Rezension:
Quinn Devlin, seines Zeichens ehemaliger Constabler der Belfaster Polizei und mittlerweile Privatermittler, wird auf einen äußerst seltsamen Fall angesetzt. Sein ehemaliger Auftraggeber ist verschwunden und dieser Umstand wirft ein noch seltsameres Licht auf die vielen Materialdiebstähle, die sich beim Jahrhundertbau der Titanic anhäufen. Quinn geht jedoch zunächst von einer harmlosen Erklärung aus, bis er immer seltsamere Begegnungen hat, die er sich nicht erklären kann, die ihn aber bis ins Mark erschauern lassen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich bisher nichts von Wolfgang Hohlbein gelesen habe und daher ohne jegliche vorgefasste Meinung an dieses Buch heran gegangen bin. Darüber hinaus habe ich großen Respekt vor der Produktivität des Autors und der damit zwangsläufig verbundenen Disziplin.
Beim Lesen des Buches jedoch kam mir mehr als einmal der Gedanke, dass manchmal weniger mehr ist und dass vielleicht weniger Quantität mehr Qualität erzeugen könnte.

Fangen wir mit dem größten Problem an: Die Figuren sind eine wie die nächste unglaubwürdig und extrem unsympathisch. Quinn Devlin, ein gestandener Mann, ehemaliger Polizist, der sich häufig daran erinnert, dass er seinerzeit nicht gerade sanft mit Verbrechern umgegangen ist, erzählt wie ein Mädchen. Manchmal musste ich das Buch erst schließen, auf das Cover sehen und mich daran erinnern, dass hier nicht eine Sechzehnjährige von übernatürlichen Begegnungen und der ersten Liebe erzählt, sondern ein erwachsener Mann.
Das beginnt in Szenen, in denen er sich die Lippen blutig beißt, um keine patzigen Kommentare von sich zu geben und geht weiter bei solchen Sätzen: „Seine Jacke begann zu schwelen, und ich dachte hysterisch, dass ich wohl spätestens morgen früh einen Friseur aufsuchen musste, als ich sah, wie sich das Haar an seinem Hinterkopf kräuselte“ (Seite 151).
Tut mir leid, das empfinde ich bei dem Bild, das sonst von dieser Person gezeichnet wird, als sehr unglaubwürdig.
Allison ist eine zickige Kuh, die nicht nur permanent giftige Kommentare von sich gibt und nicht zulässt, nur ein einziges Mal NICHT ihren Willen zu bekommen, ist absolut unsympathisch. Jemand, über dessen Rettung man sich nicht freuen mag und über dessen Verhalten ich mehr als ein Mal den Kopf geschüttelt habe. Auch wenn sich im weiteren Verlauf einiges erklärt, so gibt es dennoch Entwicklungen, die auf Grund von Allisons Gefühlskälte einfach nicht glaubhaft sind.
Nikola ist ganz nett und sogar den ach so bösen Captain Adler kann man immer und immer besser verstehen, aber diese beiden sind bis auf das letzte Drittel, wo noch ein Weiterer hinzu kommt, die einzigen Sympathieträger. Da die Story aber um Quinn und Allison herum aufgebaut ist, kann das leider nicht mehr viel retten.

Überhaupt ist die Geschichte nicht so spannend, wie der Klappentext es einen glauben lässt. Der Bau der Titanic, der so viel Potential mitgebracht hätte, ist wirklich nicht mehr als der Rahmen für einige Handlungen und die Erklärung dafür, warum es im Belfaster Hafen so viel Material gibt, das geklaut werden kann. Da wird viel verschenkt.
Die eigentliche Handlung empfand ich als sehr aufgebläht, gut und gerne 150 oder mehr Seiten hätte man da rausstreichen können.
Die letztendliche Erklärung wirkt irgendwie dünn und auch wenn der eigentliche Schluss gut gemacht ist und nachhallt, sind die 250 Seiten davor langatmig und teilweise recht konfus.

Was mich aber am meisten genervt hat, sind die Unterhaltungen, in denen Quinn versucht, erklärt zu bekommen, was die anderen gerade verstanden haben. Diese Unterhaltungen laufen alle nach dem Muster ab, nach dem jemand etwas begreift, kryptische Andeutungen macht, jemand anders ihm meistens zustimmt und Quinn tausend Mal fragt, was denn nun die neue Erkenntnis ist, dafür aber keine Antwort bekommt. Auf die Spitze getrieben wird das ab Seite 451, wenn Nikola verdeutlicht, dass er nun endlich etwas Essentielles begriffen hat, sich aber über mehrere Seiten ziert, damit auf den Punkt zu kommen. Sowas empfinde ich als sehr, sehr anstrengend.

Unterm Strich ein Buch, dessen Idee gut hätte sein können, dessen Umsetzung mich aber mehr als ein Mal hat überlegen lassen, ob ich mir nicht eine Menge Nerven spare, wenn ich es einfach abbreche.

Bewertung: 1 von 5 Punkten

Samstag, 12. Juli 2014

Rezension: Wahn

Hier wieder eines der Bücher, die einen irgendwie zwiegespalten zurück lassen. Einerseits war der Inhalt interessant, aber es war einfach nicht angenehm zu lesen...

Informationen zum Buch:
Autor: Christof Kessler
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: Aufl. 2013 (20. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3847905511
ISBN-13: 978-3847905516


Rezension:
Der Wahnsinn lauert überall. Nicht jede psychische Erkrankung ist immer sofort als solche zu erkennen, manchmal versteckt sie sich hinter Symptomen, die man in dem Zusammenhang nicht vermuten würde. In anderen Fällen sind die psychischen Probleme nur Begleiterscheinung, nicht Auslöser. Und manchmal sind es einfach die ganz seltenen, besonderen Fälle, die hier zu Grunde liegen.

Ein Buch, in dem exemplarisch psychische Erkrankungen dargestellt werden, verpackt in Kurzgeschichten, das klingt interessant.
Und der medizinische Aspekt ist es auch.
Da geht es um Krankheiten, von denen man noch nie etwas gehört hat, genau so wie es um die Bewältigung von Depressionen oder die Auswirkungen von Tumoren geht.
Das alles ist unbestreitbar spannend und man lernt etwas nur dadurch, das man Geschichten liest.

Genau das ist aber auch das Problem. Der Autor mag ein toller Arzt sein, der unglaublich viele spannende Fälle erlebt hat und einige davon mit Otto Normalbürger teilen möchte. Leider ist der gute Mann aber einfach kein Geschichtenerzähler.
Das äußert sich in einer durchaus klaren Sprache, die aber leider keinerlei Emotionen weitergibt und den Leser dadurch ziemlich unbeteiligt lässt. Daher hat das Ganze Buch etwas von einem Bericht, nicht von einer greifbaren Geschichte, wodurch die vorgestellten Fälle zwar nichts von ihrem Inhalt, sehr wohl jedoch von ihrer Kraft verlieren.

Unterm Strich ein leider sehr nüchternes Buch, das dennoch ziemlich interessante, weil medizinisch Spannende Geschichten aufarbeitet.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension: Like mich am Arsch

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich bei einem Buch mit so einem Titel überhaupt erwartet habe. Irgendwie dachte ich, diese Aggression im Titel würde sich nicht im Buch forsetzen, aber ich habe mich geirrt.

Inrmationen zum Buch
Autor: Andreas Hock
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Riva (8. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833307
ISBN-13: 978-3868833300

Rezension:
Mit zunehmender Technisierung muss der Mensch immer weniger denken und verlässt sich immer mehr auf die Maschinen.
Mit zunehmendem Maße an Aktivität in sozialen Netzwerken macht der Mensch sich öffentlich immer öfter nackt und merkt es teilweise gar nicht.
Eine unaufhaltsame Entwicklung?

Ich selber bin nicht bei Facebook registriert und freue mich immer, wenn ich merke, dass ich mit der Einstellung nicht so allein bin, wie es den Anschein macht. Daher war ich neugierig auf dieses Buch, zumal gleich der Beginn, in dem davon berichtet wird, wie die Verbreitung des Taschenrechners auf das mathematische Können Einfluss genommen hat, mir aus der Seele spricht. Zur Generation jener gehörend, die praktisch schon mit einem Taschenrechner aufgewachsen sind, fällt mir selbst einfaches Kopfrechnen schwer und dabei behaupte ich, grundsätzlich ein gutes mathematisches Verständnis zu besitzen.
Also ja, die Aussage, dass Technik einem das Denken abnimmt und man sich hierauf mehr und mehr verlässt, stimmt meiner Meinung nach.

Ob das gleich zur Verdummung führt, sei mal dahin gestellt.
Auch bin ich durchaus empfänglich für Kritik an sozialen Netzwerken, beziehungsweise der allgegenwärtigen Nabelschau, die dort betrieben wird.

Das alles hat durchaus auch als Buch seine Daseinsberechtigung.
Aber, und das ist hier leider der entscheidende Punkt, wie überall macht auch hier der Ton die Musik.

Dieses Buch ist kein Sachbuch, kein Fachbuch, nichtmal eine sachliche Kritik.
Es ist eine einzige Schmährede.
Sicher, wenn man emotional auf ein Thema reagiert, drückt man sich manchmal nicht glücklich aus. Aber das muss man dann nicht veröffentlichen.

In diesem Buch wird in einer Tour geschimpft, verspottet, verhöhnt, gelästert. Sachlich ist daran gar nichts.
Und auf dem Niveau möchte ich mich auch mit niemandem auseinander setzen müssen und daher empfand ich dieses Buch auch als große Belastung.

Bewertung: 2 von 5 Punkten


Dienstag, 17. Juni 2014

Rezension: Das 11.Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen

Der Titel zeigt schon, in welch Richtung der Inhalt gehen wird, das war irgendwie keine große Überraschung mehr...

Informationen zum Buch
Autor: Daniel Bühling
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Riva (7. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833226
ISBN-13: 978-3868833225

Rezension:
Die katholische Kirche verbirgt vieles hinter ihren Mauern. Einiges davon kann man erahnen, vieles erfahren nur jene, die hinter diese Mauern blicken, deren Leben von der Kirche bestimmt und deren Schweigen von ihr verlangt wird. Jetzt wird dieses Schweigen gebrochen…

Die für mich wichtigste Frage nach Beenden der Lektüre war „was hatte ich eigentlich erwartet?!“
Der Autor beschreibt hier seinen Weg durch die Priesterseminare, durch die verschiedenen Institutionen der Kirche, bis er nach einigen Jahren endlich seinen Weg findet. Seine Erlebnisse teilt er mit dem geneigten Leser und wird dabei nicht müde, immer wieder auf das von ihm so titulierte „elfte Gebot“ hinzuweisen, das ungeschriebene Gesetz, dass nichts von all dem nach außen dringen darf.

Mich persönlich haben die permanenten Hinweise auf dieses elfte Gebot, eben diese Formulierung und das wiederholte Erklären eher genervt. Ja, der Ausdruck ist treffend und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Handhabe auch tatsächlich genau so ist. Trotzdem nervt es, die immer gleiche Formulierung ständig wieder und wieder und wieder lesen zu müssen.

Davon abgesehen musste ich beim Lesen immer wieder den Kopf schütteln ob der Naivität des Autors.
Im Ernst, was hatte er den erwartet? Dass im Priesterseminar alle lieb und nett zueinander sind, alle die Religion genau gleich leben, es keinerlei Spannungen gibt? Dass alle Kirchenmänner komplett asexuell sind, obwohl schon in der Öffentlichkeit immer wieder das Gegenteil gezeigt wird?

Das Entsetzen, als er die wahren Vorgänge hinter den Kirchenmauern beschreibt, nehme ich dem Autor jedenfalls nicht ab, denn selbst mich, und ich bin vom Katholizismus weit entfernt, hat das nicht überrascht.

Insgesamt kommt mir das Buch sehr viel eher wie eine persönliche Abrechnung mit jenen vor, die dem Autor das Leben im Priesterseminar und im Beruf schwer gemacht haben, als eine Enthüllung über die Kirche selber. Denn das, was da so skandalträchtig aufbereitet wird, ist glaube ich für die wenigstens Leser wirklich eine Überraschung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Freitag, 13. Juni 2014

Rezension: Das Charisma-Geheimnis

Ich habe mal grob durchgesehen, wie viele Bücher ich dieses Jahr schon gelesen habe, deren Rezensionen hier noch gar nicht aufgetaucht sind... es sind einige. Erschreckend. Daher werden jetzt nach und nach die Rezis online gestellt, die Bücher sind teilweise nicht mehr so aktuell, aber immerhin...
Dies ist das erste davon.

Informationen zum Buch
Autor: Olivia Fox Cabane
Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag:mvg Verlag (8. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868824774
ISBN-13: 978-3868824773


Rezension:
Charismatischen Menschen hört man gerne zu, man ist gerne von ihnen umgeben. Sie bekommen ihren Willen und so viel Aufmerksamkeit, wie sie wollen. Wie schön, dass jeder lernen kann, charismatischer aufzutreten.

Die Autorin schreibt ganz am Anfang des Buches, dass ab dem Punkt sich die Lektüre bereits gelohnt hat, selbst wenn man den ganzen Rest nicht lesen würde. Und sie hat damit Recht.
Denn gleich zu beginn erklärt sie ganz grundlegende Dinge, die einem im Umgang mit anderen Menschen helfen, selbst wenn man das Buch danach zur Seite legt.

Die Lektüre selber ist relativ zäh, weil doch sehr viel recht klein geschriebener Text auf einen wartet. Dafür aber lernt man viel über Charisma und ein entsprechendes Auftreten, immer wieder unterbrochen von kleinen, aber effektiven Übungen.

Am Ende werden alle Kapitel nochmal knapp zusammen gefasst.
Sicher, nicht jeder wird nach der Lektüre vor Charisma nur so sprühen und nicht jeder kann die entsprechenden Verhaltensweisen in Job und Umfeld auch wirklich anbringen.
Aber selbst wenn man nur einen Bruchteil dessen, was einem dort nahe gebracht wird, anwendet, hat man schon etwas daraus mitgenommen, was einem weiter helfen kann.'

Insgesamt ein Ratgeber, der einem helfen kann, die eigenen Verhaltensweisen so zu verändern, dass man charismatischer wirkt. Selbst wenn man dies nicht umsetzen kann oder will, hilft es einem zumindest, ein besserer und aufmerksamerer Zuhörer zu werden, was in vielen Momenten schon etwas zu einem besseren Umgang miteinander führt.
Trotz recht ermüdendem Text ein durchaus lesenswertes Buch, das ganz praktische Ansätze liefert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 1. Juni 2014

Rezension: Soul Screamers 1: Mit ganzer Seele

Dieses Buch ist mir bereits vor einiger Zeit vom Mira-Verlag zur Verfügung gestellt worden. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank!
Leider habe ich mich echt ewig nicht aufraffen können, es zu lesen, als ich dann aber Zeit und Ruhe gefunden habe (endlich), habe ich es an einem Tag verschlungen...

Informationen zum Buch
Autor: Rachel Vincent
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch ; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3899419464
ISBN-13: 978-3899419467

Rezension:

Kaylee ist eigentlich ein ganz normales, etwas unscheinbares Mädchen. Nicht hässlich, nein. Aber eben im Schatten ihrer sehr weiblichen Freundin Emma doch etwas unscheinbar. Umso seltsamer, dass der Schwarm der Mädels, Nash, sie in einem Club ganz gezielt anspricht. Und sich selbst dann nicht abschrecken lässt, als Kaylee um eines der anwesenden Mädchen eine dunkle Wolke erkennt und – nicht zum ersten  Mal – einen Anfall bekommt.

Dieses Buch hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern wirft den Leser schon auf den ersten Seiten mitten ins Geschehen. Mir gefällt das, ich finde so lange Vorgeschichten häufig ermüdend.
Das wird einem hier erspart, auch wenn Nash mit Kaylee über viel zu lange Zeit das „vielleicht weiß ich mehr als du“-Spielchen spielt. Das ist doch recht unnötig und hält auch die Spannung nicht aufrecht, weil man ja eigentlich schon weiß, was passiert.

Überhaupt ist die große Überraschung eigentlich gar keine mehr, wenn man sich Titel und Klappentext anschaut, aber gut. Bei anderen Büchern weiß man auch von vorn herein, um welche Wesen es geht.

Die Figuren sind ganz gut gemacht, besonders Nash und Todd haben mir gut gefallen.  Die beiden haben ihre Ecken und Kanten und sind trotzdem sympathisch. Kaylee ist mir teilweise zu platt geraten, irgendwie schweift sie gedanklich manchmal doch erschreckend weit vom Thema ab und verhält sich recht… kindisch. Kaylees Vater und Onkel und auch ihre Cousine sind ebenfalls plastisch und nachvollziehbar. Ihre Tante absolut nicht, leider.

Die Handlung an sich ist relativ vorhersehbar, aber trotzdem, und das muss man der Autorin wirklich zugute halten, durchgehend spannend. Einzig der Einblick in die Bürokratie der Unterwelt war befremdlich bis albern. Aber die Erzählweise der Autorin hat dafür gesorgt, dass ich das Buch trotz aller Schwächen gerne gelesen habe und die Handlung durchaus spannend fand.
Eine winzige Kleinigkeit zum Cover: Obwohl es thematisch passend ist, mag mir das blutrot eingefärbte Zahnfleisch der Dame einfach nicht gefallen.

Insgesamt ein gut gelungener Auftakt mit guten Ideen und einigen wirklich sympathischen Figuren und einer spannenden Handlung. Leider kleinere Schwächen an anderer Stelle.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 25. Mai 2014

Rezension: Dark Heroine

Achja, endlich mal wieder ein gute Vampirroman. Und das Cover fässt sich toll an. Wenn man dann noch das unglaublich junge Alter der Autorin mit einbezieht, hat das Buch wirklich  Potential. Einzig mit dem halb englischen Titel bin ich nicht glücklich, aber es klingt vermutlich cooler, als wenn man von der Dunklen Heldin gesprochen hätte...

Informationen zum  Buch
Autor: Abigail  Gibbs
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: ivi (14. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349270297X
ISBN-13: 978-3492702973

Rezension:
Violet wird nachts Zeugin eines grausamen Gemetzels. Einige junge Männer schlachten mehrere andere Männer ohne ersichtlichen Grund einfach ab und als Violet zu fliehen versucht, wird sie von den Tätern entführt.
Und diese machen ihr sehr schnell und unmissverständlich klar, dass sie ein  Problem hat. Denn es handelt sich bei ihnen nicht um Menschen, sondern um Vampire. Und obwohl Violet darauf ihre Hoffnung setzt, wird ihr klar gemacht, dass ihr Vater als ranghoher Politiker von der Existenz der Vampire weiß und ihr aus politischen Gründen gar nicht helfen kann. Und so sitzt sie gefangen in einem Haus voller Blutsauger und die einzige Möglichkeit, die ihr bleibt ist, sich früher oder später verwandeln zu lassen, dabei ist das das letzte, was Violet will.

Vampirromane laufen ja gerne nach dem gleichen Schema: Mädchen lernt faszinierenden Jungen kennen, der aber etwas seltsam ist, verliebt sich und findet nach und nach heraus, dass mit dem Traumprinzen etwas nicht stimmt.
Hier läuft das anders: Junge entführt Mädchen, beide verabscheuen sich und er knallt ihr gleich um die Ohren, dass er ein Vampir ist.
Erfrischend!

Die Charaktere sind mal gut, mal schlecht ausgearbeitet. Violet und  Kaspar erzählen die Geschichte, somit ist man ihnen näher als den anderen. Fabian kann man noch gut nachvollziehen und die Intentionen des Königs sind auch sehr deutlich, aber der Rest verkommt zu einer farblosen Masse ohne rechte Sympathien.
Aber Kaspar und Violet tragen die Geschichte und das trotz Violets manchmal etwas zwiegespaltenen Verhalten ganz gut. Kaspar ist eben nicht der glitzernde Schönling, der gute Geist im Körper des Raubtieres.
Kaspar ist ein Killer und das trägt er offen vor sich her. Er ist mal ein echter Bad Boy.
Violet hingegen ist nicht das hingerissene Liebchen, dem alles egal ist, was auch immer ihr Herzblatt anstellen könnte. Im Gegenteil – lange Zeit ist sie abgestoßen von dem, was sie erleben musste und macht das auch ganz deutlich.

Wie gesagt – nicht nach dem üblichen  Muster gestrickt.

Die Story schleppt sich im Mittelteil leider sehr, es geht irgendwie immer einen Schritt vor und einen zurück und es passiert auf sehr vielen Seiten sehr wenig, bis erst zum Ende des Buches hin überhaupt mal  auf den Titel Bezug genommen wird.
Da hätte man  Seiten sparen können.
Andererseits ist das Buch so leicht zu lesen, bringt einen so hohen Unterhaltungswert mit, dass das nicht wirklich negativ ins Gewicht fällt. Man kann  es trotzdem an zwei Tagen weglesen und es gut finden, auch wenn einem dann bei näherer Betrachtung deutlich wird, dass der Spannungsbogen eher schwach ist und die meisten Figuren nicht gut ausgearbeitet sind.

Aber, man liest es, wenn man sich auf die Geschichte einlassen mag und einem der Stil gefällt, sehr schnell weg und wundert sich nur, warum mittig mit so vielen Worten so wenig erzählt wird und am Ende so vieles zu schnell passiert und gerade in der letzten  Szene so viel auf Erklärung und Emotion verzichtet wurde…

Bewertung:  4 von  5 Punkten

Rezension: Bloodlines - Feuriges Herz

Wie sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung der Reihe gewartet. Und jetzt? Jetzt warte ich noch sehnsüchtiger darauf, dass der nächste Band erscheint und denke ernsthaft darüber nach, nicht doch auf englisch schon mal "vorzulesen" nur um zu wissen, wie es weiter geht...
Das Buch wurde mir vom Egmont Lyx Verlag zur Verfügung gestellt, nochmals vielen, vielen Dank!!!

Informationen zum  Buch
Titel: Bloodlines - Feuriges Herz
Autor: Richelle Mead
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (3. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380259410X
ISBN-13: 978-3802594106


Rezension:
Sydney Sage ist Alchimistin und hat eigentlich nur den Auftrag, sich um die Sicherheit von Jill  Dragomir zu kümmern.  Doch das klingt alles viel einfacher als es ist, vor allem, weil ihre Abweichungen von der Doktrin der Alchimisten immer gefährlicher werden. Nicht nur  ist ihre Liebe zu Adrian wider aller gesellschaftlicher Akzeptanz, noch darf jemals ein Alchimist etwas davon erfahren, dass sie Magie benutzt. Als ihre Schwester Zoe ihrem Team zugeteilt wird, wird alles noch viel schwieriger, als es ohnehin  ist, denn Zoe ist nicht nur äußerst misstrauisch, sondern auch äußerst folgsam ihrer Gruppierung gegenüber.

Ok, das Wichtigste am Anfang: Man muss sich echt umstellen.
Die ganze Vampire-Academy-Serie über und immerhin alle bisherigen Bloodlines-Bände hat immer eine weibliche Protagonistin die Geschichte erzählt.  Jetzt plötzlich kommt auch Adrian zu Wort.
Sicher, von der dramaturgischen Entwicklung her ist das absolut wichtig und richtig, aber es hat mich einige Überwindung gekostet, mich darauf einzulassen, einfach weil man es so lange anders gewohnt war und nun der Umbruch so plötzlich und unerwartet kommt.

Die Figuren kennt man ja nun schon seit einigen Bänden, da gibt es nicht mehr viel Charakter zu entwickeln, daher ist es umso wichtiger, ab und zu neue Gesichter einzuführen und ein Augenmerk auf das Miteinander zu lenken und das ist hier passiert. Nicht nur nimmt die Beziehung zwischen Sydney und Adrian und deren Umgang damit einen sehr großen  Teil des Buches ein, auch lernt man Zoe und Neil kennen, die die Gruppe in diesem Band ergänzen. Zoe ist als Sydneys Spiegel in die Vergangenheit angelegt. Genau so penibel und folgsam, vielleicht noch etwas verbissener, weil sie nicht nur ihren Dad, sondern auch ihre Schwester beeindrucken will und damit dann leider ziemlich anstrengend, aber das ist der Rolle geschuldet und somit stimmig.

Die Geschichte ist zwar spannend und gut erzählt, aber die grundsätzliche Entwicklung – kleines Problem, Lösung, großes Problem, Cliffhanger – ist ziemlich vorhersehbar.
Und wenn man etwas drüber nachdenkt, merkt man auch relativ früh, was am Ende das große Problem sein wird.
Das ist aber nicht schlimm, denn unterhaltsam ist das Buch auf jeden Fall.
Und auch wenn man ahnt, dass das nicht so einfach sein wird, hofft man die ganze Zeit darauf, dass sich ein  Schlupfloch für Sydney und Adrian auftut und das sagt doch einiges darüber aus, wie zum einen der Fokus liegt und wie sehr man sich zum  anderen auf das Buch einlassen kann.

Für mich ist es nicht ganz perfekt, weil der Einstieg für mich schwierig war mit dem Perspektivenwechsel. Unterm Strich aber tut es der Geschichte gut und damit ist das Buch dann insgesamt nah dran.

Bewertung: 5 von 5 Punkten